RTL Aktie: Ergebnis übertrifft Erwartungen
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gewinnsprung von fast 50 Prozent, ein angehobener Umsatzausblick — und trotzdem tut sich der Kurs schwer. Bei RTL zeigt sich am Dienstag ein vertrautes Muster: Operativ läuft es rund, doch die Werbeflaute im linearen Fernsehen bremst die Euphorie.
Konzernchef Clément Schwebig verkündete zum Halbjahr ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebita) von 239 Millionen Euro — ein Anstieg von fast der Hälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um knapp vier Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, organisch, also ohne die Sky-Übernahme, blieb das Wachstum mit 0,1 Prozent praktisch bei null. Der Aktionärsgewinn stieg von 31 auf 45 Millionen Euro.
An der Börse sorgte das für ein zwiespältiges Bild: Die Aktie zog im frühen Handel zunächst an, gab die Gewinne aber wieder ab und pendelte zuletzt bei 32,20 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von mehr als sechs Prozent.
Streaming trägt jetzt den Konzern
Der eigentliche Treiber der Zahlen sitzt nicht mehr im klassischen Fernsehgeschäft. Die TV-Werbeerlöse fielen um vier Prozent auf 977 Millionen Euro, während die Streaming-Umsätze um mehr als ein Viertel auf 299 Millionen Euro zulegten. Schwebig sprach von einem "Wendepunkt" — nach Jahren der Investition liefere das Streaming-Geschäft nun "signifikante Gewinne".
Entsprechend hob RTL das Ebita-Ziel für die Streaming-Sparte für das Gesamtjahr auf rund 100 Millionen Euro an, deutlich über der bisherigen Spanne von 25 bis 50 Millionen Euro. Auch die Umsatzprognose für den Gesamtkonzern wurde angepasst: Statt zuvor 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro erwartet das Management nun 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro — ein Sprung, der maßgeblich auf die im Juni abgeschlossene Übernahme von Sky Deutschland zurückgeht.
Sky liefert im Juni viel, im Jahr wenig
Sky Deutschland trug im ersten Halbjahr bereits 61 Millionen Euro zum Konzern-Ebita bei — allerdings fast ausschließlich im Juni, einem saisonal günstigen Monat ohne Bundesliga- oder DFB-Pokal-Übertragungen und damit ohne die üblichen hohen Sportrechte-Kosten. Für das Gesamtjahr rechnet RTL deshalb mit einem Sky-Beitrag von "praktisch null". Das langfristige Synergieziel von 250 Millionen Euro binnen drei Jahren nach der Übernahme bestätigte der Konzern unverändert, den Großteil davon erwartet das Management erst 2027 und 2028.
Das Gesamtjahr-Ebita-Ziel von 725 Millionen Euro blieb trotz der besseren Streaming-Zahlen unangetastet — ebenso das Mittelfristziel von einer Milliarde Euro operativem Gewinn. Die Produktionstochter Fremantle verzeichnete zwar einen Umsatzrückgang, verbesserte aber ihre Marge durch Kosteneinsparungen und soll im zweiten Halbjahr dank neuer Produktionen wie einem "Baywatch"-Reboot wieder wachsen.
Für die Aktie bleibt die Gemengelage aus starkem Streaming und schwachem Werbegeschäft vorerst bestimmend. Ob sich das ändert, dürfte sich erst zeigen, wenn die Bundesliga-Saison beginnt und Sky Deutschland erstmals reguläre Sportrechtekosten in die Bilanz einbringt.
RTL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue RTL-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten RTL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für RTL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
RTL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
