RTX Aktie: Deutsche Bank stuft auf Halten
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 19:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
RTX meldet heute neue AuftrĂ€ge zur Drohnenabwehr ĂŒber insgesamt 729 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig stuft die Deutsche Bank die Aktie auf Halten herab. Damit stehen konkreten Fortschritten im GeschĂ€ft vorsichtigere Erwartungen an das Papier gegenĂŒber. FĂŒr Anleger rĂŒckt neben dem Auftragseingang die Frage in den Mittelpunkt, wie sich dieser in den kommenden GeschĂ€ftszahlen niederschlĂ€gt.
Neue AuftrÀge und höhere ProduktionskapazitÀt
Nach Angaben von RTX liefert Raytheon Komponenten des Drohnenabwehrsystems LIDS an die US Army sowie an Katar und Jordanien. Die VertrÀge umfassen feste und mobile Konfigurationen. Sie markieren zugleich die ersten internationalen VerkÀufe der KuRFS-Sensoren und Coyote-Abfangsysteme.
Die beiden Komponenten ĂŒbernehmen unterschiedliche Aufgaben: KuRFS erkennt Bedrohungen rundum, wĂ€hrend Coyote einzelne Drohnen und SchwĂ€rme bekĂ€mpft. FĂŒr RTX erweitert sich damit der Kundenkreis dieser Systeme ĂŒber den bisherigen US-Markt hinaus. Der Auftragserfolg verbindet bestehende Technik mit neuen Absatzmöglichkeiten.
Parallel investiert RTX in zusÀtzliche ProduktionskapazitÀten und die Weiterentwicklung von Coyote. Laut Raytheon hat sich die Produktion in den vorangegangenen 18 Monaten etwa vervierfacht. Das Unternehmen plant eine weitere Verdoppelung.
Der KapazitĂ€tsausbau begleitet damit die neuen AuftrĂ€ge. Die geplanten technischen Verbesserungen sollen schnellere Starts und höhere Fluggeschwindigkeiten ermöglichen. AuĂerdem strebt RTX eine gröĂere Reichweite in gröĂeren Höhen an. Diese Ziele sind EntwicklungsplĂ€ne und keine bereits nachgewiesenen Leistungswerte.
Coyote-Weiterentwicklung noch in der Testphase
Gestern meldete Raytheon drei erfolgreiche Entwicklungstests des Coyote Block 2C+RM. Vom Konzept bis zur Testphase vergingen 15 Monate. Das Unternehmen finanzierte die Entwicklung selbst.
Die neue Variante ergÀnzt einen taktischen Raketenmotor sowie einen neuen Suchkopf und Gefechtskopf. Die Tests umfassten erste Starts mit Raketenmotor und bestÀtigten die erste Integration in die bestehende US-Drohnenabwehrarchitektur. Ein abgeschlossener Entwicklungsschritt ist allerdings nicht mit einer bestÀtigten Beschaffung des Upgrades gleichzusetzen.
Weitere Tests sind fĂŒr die erste HĂ€lfte 2027 geplant. Die neue Variante befindet sich weiterhin in Entwicklung. Die heute gemeldeten AuftrĂ€ge fĂŒr Coyote-Systeme dĂŒrfen deshalb nicht automatisch als Bestellungen dieser weiterentwickelten AusfĂŒhrung verstanden werden.
FĂŒr Anleger sind Auftragseingang und Produktentwicklung somit getrennt zu bewerten: Die VertrĂ€ge dokumentieren Nachfrage nach dem bestehenden Angebot. Die Tests zeigen Fortschritte beim kĂŒnftigen Produkt, belegen aber noch keinen zusĂ€tzlichen Umsatz daraus.
Analysten uneinig vor den Quartalszahlen
Die Deutsche Bank senkte heute ihre Empfehlung von Kaufen auf Halten. Gleichzeitig reduzierte sie das Kursziel von 238 auf 208 US-Dollar. Barclays hatte die Bewertung gestern dagegen mit Ăbergewichten und einem Kursziel von 223 US-Dollar aufgenommen.
Die beiden EinschĂ€tzungen zeigen unterschiedliche Anlageurteile trotz der operativen Nachrichten. Heute betrĂ€gt die TagesverĂ€nderung der RTX-Aktie -2,3%. Der RĂŒckgang fĂ€llt mit der Herabstufung zusammen; daraus lĂ€sst sich jedoch keine eindeutige Ursache fĂŒr die Kursbewegung ableiten.
Als nĂ€chster finanzieller PrĂŒfpunkt werden die Zahlen zum dritten Quartal 2026 am 20. Oktober vor Börsenöffnung erwartet. Der Analystenkonsens liegt bei einem Gewinn je Aktie von 1,77 US-Dollar und einem Umsatz von 24,05 Mrd. US-Dollar.
Die neuen VertrÀge stÀrken die Auftragsseite. Ob daraus auch höhere Gewinnerwartungen entstehen, ist damit noch nicht beantwortet. Die anstehende Ergebnisvorlage bietet den nÀchsten Anlass, operative Fortschritte und finanzielle Entwicklung gemeinsam zu beurteilen.
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