RWE Aktie: Windpark Serra Palino in Betrieb
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deRWE hat gestern den Windpark Serra Palino in SĂŒditalien in Betrieb genommen. Die Anlage mit 47,2 Megawatt Leistung erweitert das italienische Erneuerbaren-Portfolio des Unternehmens. Gleichzeitig stehen geplante LNG-BezĂŒge aus dem Portfolio von ADNOC in der Kritik. FĂŒr Anleger treffen damit ein abgeschlossener Ausbauschritt bei der Windkraft und mögliche Konflikte um die Gasbeschaffung aufeinander.
Die beiden Vorhaben haben einen unterschiedlichen Status: WÀhrend der Windpark bereits in Betrieb ist, beruhen die LNG-PlÀne auf einer AbsichtserklÀrung. Die Deutsche Umwelthilfe fordert RWE auf, den Liefervertrag vor dessen Abschluss abzusagen.
Italienisches Portfolio wÀchst weiter
Nach Angaben von RWE ging Serra Palino weniger als ein Jahr nach Baubeginn ans Netz. Der Standort liegt in den Gemeinden SantâAgata di Puglia und Candela in der apulischen Provinz Foggia. Der Windpark kann rechnerisch rund 40.000 italienische Haushalte mit Strom versorgen.
FĂŒr das italienische GeschĂ€ft bedeutet die Inbetriebnahme einen weiteren Schritt vom Bau zum laufenden Betrieb. Zugleich setzt RWE den Ausbau dort fort: Neben Windkraft umfasst das bestehende Portfolio auch Photovoltaik und Agri-PV.
Die installierte Erneuerbaren-KapazitÀt von RWE in Italien erreicht mit Serra Palino insgesamt rund 670 Megawatt. Weitere Wind- und SolarkapazitÀten von rund 200 Megawatt befinden sich im Bau.
Damit reicht die ProjektaktivitĂ€t ĂŒber den fertiggestellten Windpark hinaus. FĂŒr Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen bereits installierter Leistung und noch laufenden Bauprojekten entscheidend: Die zusĂ€tzlichen Anlagen erweitern das operative Portfolio erst mit ihrer Fertigstellung.
LNG-PlĂ€ne stoĂen auf Widerstand
Auf der Beschaffungsseite sorgt dagegen ein geplantes LNG-GeschĂ€ft fĂŒr Kritik. RWE will einer AbsichtserklĂ€rung zufolge FlĂŒssigerdgas aus dem weltweiten Portfolio von ADNOC beziehen. Dazu gehört auch Fracking-Gas aus der argentinischen LagerstĂ€tte Vaca Muerta. Die ADNOC-Tochter XRG ist am geplanten Exportterminal Argentina LNG sowie an der Förderung beteiligt.
Die Deutsche Umwelthilfe und Partnerorganisationen warnen vor Folgen fĂŒr Mapuche-Gemeinschaften, Wasser, Umwelt und Landwirtschaft. Sie sehen zudem einen Widerspruch zu den Klimazielen von RWE und zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Dabei handelt es sich um die Bewertung der Organisationen.
In einem offenen Brief verlangen sie den Verzicht auf den Vertragsabschluss. Die Deutsche Umwelthilfe prĂŒft rechtliche Schritte fĂŒr den Fall einer Unterzeichnung. FĂŒr die Einordnung der RWE-PlĂ€ne bleibt dieser Vorbehalt wesentlich: Der angekĂŒndigte rechtliche Widerstand ist an einen kĂŒnftigen Vertragsabschluss geknĂŒpft, wĂ€hrend der Ausbau der Windkraft in Italien bereits einen konkreten Betriebsstart erreicht hat.
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