S&P, Goldman

S&P 500: Goldman kehrt zurĂŒck zu Aktien

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bank setzt auf Aktien und Anleihen, wÀhrend hohe Gewinnprognosen und politische sowie zinsbedingte Unsicherheiten die MÀrkte prÀgen.

Belebter Börsenhandelssaal mit großen Anzeigetafeln und HĂ€ndlern in AnzĂŒgen
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): Börsen-Editorial-Foto eines belebten Trading-Floors mit generischen Ticker-Anzeigen und Charts Illustration mit AI erstellt.

Goldman Sachs dreht bei Aktien wieder auf Übergewichtung. Die Bank begrĂŒndet den Schritt mit gesunkenen Bewertungen, die das Chance-Risiko-VerhĂ€ltnis vor der Q3-Berichtssaison verbessert hĂ€tten. Der S&P 500 schloss zuletzt bei 7.811,54 Punkten, ein Plus von 0,59 Prozent.

Goldman sieht bessere Asymmetrie

Strategist Christian Mueller-Glissmann hebt die Aktienquote auf Sicht von drei Monaten an. Anleihen stuft er auf zwölf Monate ebenfalls hoch. Seit dem Sommer hÀtten sich riskante Anlagen seitwÀrts bewegt, weil steigende Zinsen und Energiepreise die Gewinndynamik ausgeglichen hÀtten. Besonders zinssensitive Bereiche wie Small Caps, Immobilien und Infrastruktur standen unter Druck.

Das makroökonomische Grundszenario bleibt konstruktiv: gesundes Wachstum, geringes Rezessionsrisiko, nachlassende Inflation bis 2027. Goldman spricht von einem "Goldilocks"-Umfeld. Innerhalb der Aktien bevorzugt das Haus eine Hantelstrategie aus KI-Profiteuren und ausgewÀhlten dividendenstarken, schwankungsarmen Titeln.

Kurzfristig rechnet die Bank mit holprigen MĂ€rkten. ZinsvolatilitĂ€t, Spannungen im Nahen Osten und die US-Zwischenwahlen sorgen fĂŒr Unsicherheit. Deshalb empfiehlt Goldman Call-Optionen fĂŒr den selektiven Aufbau von Positionen und hĂ€lt zugleich Cash. Absicherungen ĂŒber VIX-Call-Spreads und gezielte WĂ€hrungshedges bleiben aus ihrer Sicht attraktiv.

Gewinnlatte liegt hoch

Die Berichtssaison liefert den nĂ€chsten Test. Analysten erwarten fĂŒr die Unternehmen im Index ein Gewinnwachstum von rund 25 Prozent im dritten Quartal. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 liegt die Erwartung sogar bei ĂŒber 32 Prozent, ein Wert, den es seit Ende der 1990er Jahre abseits von Erholungsphasen nach Rezessionen nicht gab. Getragen wird das vor allem vom KI-Ökosystem und von Halbleitern.

Die ersten Zahlen fielen solide aus. Accenture hob die Umsatzprognose an und meldete mehr AuftrĂ€ge als erwartet. PepsiCo ĂŒbertraf die Erwartungen ebenfalls. Diese Woche folgen die großen US-Banken.

Dahinter steckt allerdings eine Besonderheit: Die ruhigen Indizes tÀuschen. Unter der OberflÀche schwanken die Einzelwerte stark, die Streuung ist deutlich.

Zinsen als Gegenwind

Im September haben die Fed, die EZB, die Bank of Japan und die australische Notenbank die Zinsen angehoben. Treiber waren robuste Konjunkturdaten und teurere Energie. Der Konflikt in der Straße von Hormus belastet weiter die Ölpreise. Gegen Ende des Monats deuteten Notenbanker an, die vom Markt eingepreiste Zahl weiterer Erhöhungen könnte zu hoch sein.

Der nĂ€chste politische Termin steht fest: Am 3. November wĂ€hlen die USA ein Drittel des Senats und das gesamte ReprĂ€sentantenhaus neu. Die Demokraten liegen in Umfragen gut. Hinzu kommen die Bankenzahlen dieser Woche als erster grĂ¶ĂŸerer HĂ€rtetest fĂŒr die Gewinnerwartungen.

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