S&P, Verteidigung

S&P 500: Ă–l bremst, Verteidigung wackelt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere Ölnotierungen drücken die US-Indizes, während Verteidigungsaktien gegenüber dem S&P 500 inzwischen mit einem Abschlag von 12 Prozent gehandelt werden.

Trading-Desk mit mehreren Monitoren und bunten Finanzcharts vor Skyline
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): fotorealistischer Trading-Desk mit mehreren Bildschirmen und generischen Marktcharts am Fenster Illustration mit AI erstellt.

Steigende Ölpreise schicken die Wall Street am Mittwoch wieder auf Konsolidierungskurs. Der S&P 500 verliert 0,7 Prozent auf 7.713 Punkte, nachdem der Nasdaq 100 tags zuvor noch ein Rekordhoch gefeiert hatte. Der Dow Jones gibt 0,5 Prozent auf 51.600 Zähler nach.

Auslöser ist die Lage in Nahost. Nach mehreren schwächeren Tagen ziehen Brent und WTI wieder an, nachdem laut jüngsten Meldungen erneut ein Frachtschiff in der Straße von Hormus unter Beschuss geraten sein soll und in Flammen steht. Zuvor hatten Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt die Ölpreise noch gedrückt — die Erleichterung war offenbar verfrüht.

Parallel dazu blicken Investoren nach Washington. Chinas Staatschef Xi Jinping trifft zu einem dreitägigen Staatsbesuch bei Donald Trump ein, Themen dürften Handelsfragen und die Regulierung Künstlicher Intelligenz sein.

RĂĽstungswerte unter Druck

Ein Blick auf die Sektorebene zeigt eine bemerkenswerte Verschiebung: Verteidigungsaktien, die im Februar noch mit einer Prämie von 15 Prozent gegenüber dem S&P 500 gehandelt wurden, notieren inzwischen mit einem Abschlag von 12 Prozent.

Der Umschwung fällt zeitlich mit dem Beginn des Iran-Kriegs zusammen und einem festgefahrenen US-Budgetprozess — weder Repräsentantenhaus noch Senat haben ein Haushaltsgesetz verabschiedet, das Repräsentantenhaus ist bis nach den Zwischenwahlen in Pause.

Die Investmentbank Bernstein rät deshalb, mit Käufen in dem Segment bis nach den Kongresswahlen am 3. November zu warten. Eine drohende Fortführungsresolution bis zum 11. Dezember würde die Finanzierung faktisch auf dem Niveau von 2026 einfrieren und Wachstumsbereiche wie taktische Raketen und Abfangsysteme belasten, wo die Bestände bereits knapp sind.

Für 2027 erwartet Bernstein-Analyst Douglas Harned dennoch ein Investitionsbudget, das um mehr als 10 Prozent steigt — unabhängig vom Wahlausgang, da historische Daten keinen negativen Zusammenhang zwischen demokratischen Wahlsiegen und Verteidigungsausgaben zeigen.

Einzelwerte mit Ausschlägen

Unter den Einzeltiteln setzte McDonald's mit einem Kursabschlag von 5,4 Prozent das Schlusslicht im Dow — die Kette hielt am Mittwoch ihren Investorentag ab. Paychex brach um 7,7 Prozent ein, nachdem der Umsatz im Bereich Managementlösungen die Erwartungen verfehlt hatte. Gegen den Trend legte IonQ um 5,5 Prozent zu, gestützt von einem neuen Decoder für Quantenfehlerkorrektur, der auf Standard-Prozessoren läuft.

Für den Gesamtmarkt bleibt die Geopolitik der entscheidende Taktgeber. Solange die Lage in der Straße von Hormus ungeklärt bleibt, dürfte die Ölpreis-Volatilität den Index in Atem halten — mit dem 3. November als nächstem möglichen Wendepunkt für die Verteidigungsbranche.

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