S&P, SaisonalitÀt

S&P 500: SaisonalitÀt gegen Zinsdruck

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Historische Novembergewinne und starkes Quartalswachstum stehen hohen Anleiherenditen und Risiken durch KI-Schwergewichte gegenĂŒber.
S&P, SaisonalitÀt, Zinsdruck, Historische, Novembergewinne, Quartalswachstum, Anleiherenditen, Risiken, KI-Schwergewichte Illustration mit AI erstellt.

Der November gilt als bester Börsenmonat, doch der Index geht mit einem DÀmpfer in ihn hinein. Am Freitag verlor der S&P 500 zeitweise 1,8 Prozent und schloss bei rund 7.581 Punkten. Der Oktober endet damit leicht im Minus.

Was fĂŒr den November spricht

Historisch liefert der November die stÀrkste Bilanz. Seit 1980 legte der Index in diesem Monat im Schnitt um 2,1 Prozent zu, kein anderer Monat schneidet besser ab. In Zwischenwahljahren fÀllt das Bild noch freundlicher aus: Seit 1950 brachte der November im Mittel 2,7 Prozent, in knapp 79 Prozent der FÀlle ging es nach oben.

Hinzu kommt der politische Kalender. Am 3. November wĂ€hlen die USA ein neues ReprĂ€sentantenhaus und ein Drittel des Senats. PrognosemĂ€rkte sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Sieg der Demokraten im ReprĂ€sentantenhaus, auch beide Kammern halten sie fĂŒr wahrscheinlich.

FĂŒr die Aktienkurse muss das kein Nachteil sein. Nach Zwischenwahlen, bei denen die Regierung ihre Mehrheit im ReprĂ€sentantenhaus verlor, stieg der S&P 500 in den folgenden zwölf Monaten im Schnitt um 15,7 Prozent. Verteidigte sie die Mehrheit, waren es 13 Prozent.

Fundamentaldaten und Risiken

Auch die Unternehmenszahlen stĂŒtzen den Markt. Das Gewinnwachstum im dritten Quartal lag bei rund 30 Prozent. FĂŒr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 365 Dollar im Index.

Die SaisonalitĂ€t ist allerdings kein Signal. Wie sich der November nach einem schwachen Oktober schlĂ€gt, lĂ€sst sich aus den Daten kaum ableiten. Die Rendite zehnjĂ€hriger Staatsanleihen lag zuletzt Anfang Oktober nahe 5,3 Prozent, was die Bewertungen belastet und Anlegern eine Alternative zu Aktien bietet. Außerdem hĂ€ngt die Rally stark an wenigen KI-getriebenen Schwergewichten. EnttĂ€uschen diese, könnte das die Kalendereffekte ĂŒberlagern.

Ein Sieg der Demokraten in beiden Kammern wĂŒrde zudem Fragen zu Unternehmenssteuern und Regulierung aufwerfen. Ein geteilter Kongress Ă€ndert aus Sicht von Marktbeobachtern wenig und könnte den Druck auf langlaufende Anleihen mindern.

Selbst eine Trefferquote von knapp 79 Prozent heißt: Etwa in einem von fĂŒnf Jahren fiel der November negativ aus. Der Index steht rund 3,4 Prozent unter seinem Rekordhoch von 7.844 Punkten. Die Wahl am 3. November liefert den ersten konkreten Test fĂŒr die SaisonalitĂ€ts-These.

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