Safran, Aktie

Safran Aktie: Ziele unter Konsens

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 13:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Safran hält an den Zielen für 2026 fest, deren Mittelwerte laut Jefferies unter den Markterwartungen liegen.
Safran FR0000073272 CGI render of modern turbine manufacturing hall with overhead crane and assembly line Illustration mit AI erstellt.

Safran liefert im dritten Quartal solide Zahlen, doch die Jahresziele fallen vorsichtiger aus als vom Markt erhofft. Der Triebwerksbauer bestätigte am Freitag seine Prognose für 2026. Genau dort setzt die Zurückhaltung an.

Verteidigung trägt, Ersatzteile bremsen

Der bereinigte Umsatz stieg um knapp 15 Prozent auf rund 9 Milliarden Euro und lag damit auf Höhe der Erwartungen. Den Löwenanteil lieferte das Geschäft mit Ausrüstung und Verteidigung: Dort legten die Erlöse organisch um 15,7 Prozent zu, auch weil die Nachfrage im Rüstungsbereich robust bleibt. Konzernchef Olivier Andriès kündigte an, die Produktionskapazitäten für künftiges Wachstum auszubauen.

Im Antriebsgeschäft fiel das Bild gemischter aus. Die Erlöse blieben mit 4,63 Milliarden Euro unter den Markterwartungen von 4,70 Milliarden. Safran lieferte 535 Leap-Triebwerke aus, rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Militärtriebwerke verzeichneten dagegen weniger Erlöse, vor allem wegen geringerer Auslieferungen des M88 im Zuge der zeitlichen Verteilung der Rafale-Exporte. Die Kabinensparte wuchs mit 5,8 Prozent am schwächsten.

Auffällig ist die Abkühlung im zivilen Servicegeschäft. Der Ersatzteilumsatz stieg in Dollar um 17 Prozent, nach 29,3 Prozent im ersten und 26,7 Prozent im zweiten Quartal. Bei den Dienstleistungen schrumpfte das Wachstum von zuletzt knapp 38 Prozent auf 19 Prozent.

Prognose liegt unter dem Konsens

Safran bestätigte seine Jahresziele: Der Umsatz soll im mittleren Zehnerprozentbereich wachsen, das operative Ergebnis 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro erreichen. Der freie Cashflow soll bei 4,7 bis 4,9 Milliarden Euro liegen und enthält eine geschätzte Belastung von 500 Millionen Euro durch die französische Sondersteuer.

Jefferies rechnet vor, dass die Mittelwerte der Spannen 1,3 Prozent beim Umsatzwachstum, 2,1 Prozent beim operativen Ergebnis und 1,8 Prozent beim Cashflow unter dem Konsens liegen. Die Bank bleibt bei "Hold" mit einem Kursziel von 340 Euro und sieht die Dynamik im Antriebsgeschäft abgeschwächt. Die Aktie schloss am Vortag 3,8 Prozent tiefer bei 302 Euro.

Stützend wirkt das Aktienrückkaufprogramm. Safran schloss am 20. Oktober eine Tranche über 375 Millionen Euro ab, damit summieren sich die Rückkäufe 2026 auf 1,25 Milliarden Euro.

Offene Punkte für das Management

Jefferies nennt drei Themen, die das Management klären müsste: die Nachfrage der Airlines nach Services im vierten Quartal und 2027, die Frage, ob sich die französische Sondersteuer 2027 wiederholt, und den Stand der Gespräche über einen Verkauf der Kabinensparte.

Die Prognose unterstellt für das Gesamtjahr ein Leap-Auslieferungsplus im hohen Zehnerbereich sowie ein Wachstum bei Ersatzteilen und Services im mittleren Zwanzigerbereich in Dollar. Nach dem abgekühlten dritten Quartal ist das eine anspruchsvolle Vorgabe.

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