Salesforce Aktie: Neuer Machtblock unter Benioff
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 23:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Marc Benioff baut die Führungsspitze von Salesforce um — mitten in einem Jahr, das für die Aktie bislang wenig Anlass zur Freude gab. Miguel Milano rückt zum Chief Operating Officer auf, während gleichzeitig ein langjähriger Technikchef das Unternehmen verlässt. Der Umbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Salesforce dringend beweisen muss, dass sein KI-Geschäft mehr ist als eine Wachstumsstory auf Powerpoint-Folien.
Führungswechsel mit Ansage
Milano ist kein Unbekannter im Konzern. Der frühere Oracle-Manager leitete bereits von 2011 bis 2020 das Europageschäft von Salesforce, wechselte danach zum Datenverarbeiter Celonis und kehrte 2023 als Chief Revenue Officer zurück. Nun übernimmt er den COO-Posten, während Finanzchefin Robin Washington ihren Titel als Chief Operating and Financial Officer behält — ein ungewöhnliches Nebeneinander zweier COO-Titel.
Zeitgleich verlässt Srini Tallapragada nach 14 Jahren das Unternehmen. Der bisherige Präsident und Chief Engineering Officer übergibt seine technische Verantwortung an Rohan Kumar, einen langjährigen Microsoft-Manager, der erst im Juni zu Salesforce gestoßen war. Alexa Vignone, seit Januar Chief Sales Officer, wird zusätzlich zur Umsatzchefin.
Der Umbau reiht sich in eine lange Geschichte von Führungsexperimenten bei Salesforce ein. Sowohl Keith Block als auch später Bret Taylor scheiterten als Co-CEOs neben Benioff und verließen das Unternehmen. Die neue Konstruktion mit mehreren hochrangigen Titeln könnte ein Versuch sein, Verantwortung breiter zu verteilen, ohne erneut eine geteilte Konzernspitze zu riskieren.
Kurs unter Druck, Wachstum zieht an
Der Führungsumbau fällt in eine schwierige Marktphase. Die Aktie hat in diesem Jahr rund 27 Prozent verloren, im Sog einer breiteren Schwäche bei Softwaretiteln, die unter der Sorge leiden, von KI-Agenten verdrängt zu werden. Nach Bekanntgabe der Personalien rutschte der Kurs im nachbörslichen Handel um weitere 4 Prozent ab.
Fundamental zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Nach sechs Quartalen mit Wachstumsraten unter 10 Prozent hat sich das Umsatzwachstum in diesem Jahr beschleunigt. Die annualisierten Erlöse aus der KI-Plattform Agentforce lagen im Mai bereits über einer Milliarde Dollar — ein Beleg dafür, dass Salesforce mit seiner Agenten-Strategie durchaus Kunden gewinnt, auch wenn der Markt das bislang nicht goutiert.
Genau diese Diskrepanz zwischen operativer Beschleunigung und Kursverfall wirft die Frage auf, wie lange Investoren die Wachstumszahlen noch ignorieren. Der Führungsumbau dürfte in den kommenden Wochen zeigen, ob Milano als operativer Kopf das Vertrauen zurückgewinnen kann, das die Aktie zuletzt verloren hat.
Salesforce-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Salesforce-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Salesforce-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Salesforce-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Salesforce: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
