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Samsung SDI Aktie: 203,8 Mrd. Won nach sieben Verlustquartalen

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Samsung SDI kehrt nach sieben Verlustquartalen in die Gewinnzone zurück. KI-Datenzentren und Energiespeicher treiben das Wachstum, während Milliardeninvestitionen die Zukunft sichern sollen.

Samsung SDI: Operative Wende dank KI-Boom und ESS-Wachstum
Abstrakte Darstellung von Batterietechnologie und Energiespeicherung in einer professionellen, modernen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der südkoreanische Batteriespezialist Samsung SDI hat im zweiten Quartal 2026 die operative Wende geschafft. Nach einer Durststrecke von sieben Quartalen wies das Unternehmen gestern einen operativen Gewinn von 203,8 Milliarden Won aus. Getrieben wurde diese Entwicklung maßgeblich durch eine starke Nachfrage im Bereich der Energiespeichersysteme (ESS) sowie durch die Ausstattung von KI-Datenzentren, während das Kerngeschäft mit Batterien für die Elektromobilität weiterhin von staatlichen Förderungen und Einmaleffekten gestützt wurde.

Boom bei KI-Datenzentren sorgt für Zellknappheit

Ein wesentlicher Faktor für das positive Quartalsergebnis ist der massive Bedarf an Backup-Batteriesystemen (BBU) für KI-Datenzentren. Diese Entwicklung führt aktuell zu einer spürbaren Verknappung bei zylindrischen Batteriezellen. Wie Berichten zu entnehmen ist, reagiert die Zulieferkette bereits auf diesen Engpass: Der Komponentenhersteller Shinheung SEC, der rund 80 bis 90 Prozent der Sicherheitsbauteile für die zylindrischen Zellen von Samsung SDI liefert, erhöht seine Produktionskapazitäten in Malaysia um 20 Prozent auf monatlich 100 Millionen Einheiten.

Allein das Werk von Samsung SDI in Malaysia kommt Schätzungen zufolge auf eine jährliche Kapazität von mehr als 1,2 Milliarden Zellen. Die Erlöse in diesem Segment stiegen deutlich an, was sich auch in den Konzernzahlen widerspiegelt: Der Umsatz im Batteriebereich kletterte im Vorjahresvergleich um 18,8 Prozent. An der Börse wird diese Stabilisierung positiv aufgenommen. Der aktuelle Kurs notiert mit 66,20 € rund 7,23 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den moderaten Aufwärtstrend der vergangenen Monate unterstreicht.

Dominanz im ESS-Markt und neue Finanzierungsstrategie

Neben dem Datencenter-Geschäft festigt Samsung SDI seine Position im Markt für großskalige Energiespeicher. Bei den ersten beiden Ausschreibungsrunden für zentrale ESS-Projekte in Südkorea sicherte sich das Unternehmen einen Marktanteil von 55,8 Prozent des Volumens. Um die heimische Lieferkette für die kommende Ausschreibungsrunde im nächsten Monat zu stärken, hat Samsung SDI erstmals Mittel aus einem staatlichen Stabilisierungsfonds der Korea Eximbank in Anspruch genommen.

Über diesen Weg wurden 350 Milliarden Won zu einem Zinssatz von rund drei Prozent aufgenommen. Diese Mittel sollen gezielt an Zulieferer weitergegeben werden, um deren Wettbewerbsfähigkeit vor der anstehenden Ein-Billionen-Won-Ausschreibung zu sichern. Medienberichten zufolge wurde die Gewichtung nicht-preislicher Kriterien in den Vergabeverfahren zuletzt von 40 auf 50 Prozent erhöht, was technologisch führenden Anbietern wie Samsung SDI zugutekommt.

Milliarden-Investitionen in die Batterietechnik von morgen

Parallel zum operativen Tagesgeschäft hat die Unternehmensführung eine weitreichende Investitionsoffensive gestartet. Bis zum Jahr 2040 plant Samsung SDI Investitionen in Höhe von insgesamt 25 Billionen Won an heimischen Standorten. Schwerpunkte bilden dabei das Werk in Ulsan mit 16 Billionen Won und der Standort Cheonan mit 9 Billionen Won.

Das Ziel dieser Strategie ist die Kommerzialisierung neuer Zelltypen. Bereits für das kommende Jahr ist die Markteinführung von Feststoffbatterien (Solid-State) geplant. Zudem forscht das Unternehmen an Natrium-Ionen-Batterien, die insbesondere als kostengünstige Lösung für unterbrechungsfreie Stromversorgungen (UPS) und ESS-Anwendungen gesehen werden. Trotz der aktuellen Kurserholung liegt der Wert mit einer Marktkapitalisierung von 19,89 Milliarden € weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 103,50 €, das im Mai erreicht wurde. Analysten erwarten, dass das Unternehmen ab dem vierten Quartal 2026 eine nachhaltige Profitabilität erreichen kann, die nicht mehr primär von steuerlichen Gutschriften oder Subventionen abhängig ist.

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