Santander Aktie: Barclays rät zum Übergewichten
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 19:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deSantander hat sein laufendes Aktienrückkaufprogramm zu 80,8 % ausgeschöpft. Wie die Bank heute mitteilte, erwarb sie im jüngsten Berichtszeitraum bis gestern weitere 19,1 Millionen eigene Aktien. Damit schreitet die Kapitalrückgabe vor den anstehenden Geschäftszahlen voran. Die Aktie verliert heute dennoch -4,2% – der Rückkauf verhindert den Kursrückgang also nicht.
Rückkauf nähert sich dem Programmende
Nach der heutigen Unternehmensmitteilung summieren sich die bisherigen Ausgaben auf 1.474.221.281 €. Das gesamte Programm umfasst 1,825 Milliarden Euro. Seit seinem Start hat Santander damit bereits den überwiegenden Teil des vorgesehenen Budgets eingesetzt.
Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen dem laufenden Programm und den längerfristigen Rückkäufen wichtig. Die Bank meldet regelmäßige Fortschritte bei der Umsetzung. Daraus folgt jedoch weder eine Ausweitung des genehmigten Rahmens noch die Ankündigung eines zusätzlichen Programms.
Laut Europa Press dient der Rückkauf dazu, 25 % des Gewinns aus dem ersten Halbjahr an die Aktionäre zurückzugeben. Weitere 25 % sollen als Bardividende am 2. November ausgezahlt werden.
Rückkäufe und Bardividende sind damit zwei Bestandteile derselben Ausschüttungsstrategie. Für die Beurteilung ihrer weiteren Grundlage rückt nun das operative Ergebnis in den Mittelpunkt: Der nächste Bericht wird zeigen, wie sich das Geschäft seit dem Halbjahr entwickelt hat.
Geschäftszahlen als nächster Prüfstein
Santander veröffentlicht am 28. Oktober die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026. Die entsprechenden Zahlen sind noch nicht gemeldet. Aussagen über die Entwicklung bis September bleiben deshalb vorerst Erwartungen und dürfen nicht mit bestätigten Geschäftsergebnissen verwechselt werden.
Der von Bloomberg erfasste Analystenkonsens rechnet für diesen Zeitraum mit einem Nettogewinn von 10,8 Milliarden Euro. Das entspräche einem Zuwachs von 4,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Neben dem Gewinn kommt es auf dessen Zusammensetzung an. Zinsüberschuss, Gebühren, Kosten und Kreditvorsorge gehören zu den entscheidenden Größen für die Ergebnisentwicklung. Der fortgeschrittene Rückkauf liefert einen konkreten Zwischenstand zur Kapitalrückgabe; die Geschäftszahlen müssen dagegen die operative Entwicklung offenlegen.
Positive Kursziele mit Vorbehalten
Barclays bewertet Santander vor der Ergebnisvorlage mit „Übergewichten“ und nennt ein Kursziel von 14,50 €. Das Analysehaus hat seine Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre angehoben. Als einen Grund nennt es die Übernahme von Webster Financial.
Die optimistische Einschätzung reicht über das nächste Quartal hinaus. Barclays erwartet für 2028 einen zurechenbaren Gewinn vor AT1-Kapitalkosten von 21,2 Milliarden Euro. Diese Prognose liegt nach Angaben des Hauses 7 % über dem Bloomberg-Konsens.
Auf der anderen Seite weist UBS auf Risiken im US-Autokreditgeschäft hin. Die zugrunde liegende Kreditqualität zeige weiterhin negative Trends ohne klare Stabilisierung. Trotzdem hält das Haus an seiner Kaufempfehlung und dem Kursziel von 14 Euro fest.
Damit stehen sich vor der Ergebnisvorlage eine weit fortgeschrittene Kapitalrückgabe und offene Fragen zur Kreditqualität gegenüber. Der Rückkauf belegt die Umsetzung der angekündigten Ausschüttung. Ob die Geschäftsentwicklung die positiven Analystenerwartungen trägt, wird sich an Erträgen, Kosten und Vorsorge zeigen.
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