Saudi Aramco Aktie: Angriff trotz neuem Bündnis
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Tage nach der Unterschrift unter einen Verteidigungspakt mit Turkei und Pakistan trifft es Saudi Aramco erneut. Die jemenitischen Huthi-Rebellen griffen am Sonntag die Raffinerie in Jazan im Südwesten Saudi-Arabiens mit einer Drohne an. Das saudische Energieministerium bestätigte ein Feuer, das rasch gelöscht wurde — Verletzte gab es keine.
Die Anlage ist kein unbeschriebenes Blatt: Bereits Ende Juli hatte ein Huthi-Angriff den Gaskombinationskomplex und den Tanklager-Bereich der Raffinerie beschädigt, worauf Aramco den Betrieb vorübergehend einstellte. Jazan verarbeitet normalerweise 400.000 Barrel Rohöl pro Tag und produziert neben Diesel auch Benzin. Auch die Anlage in Yanbu am Roten Meer gehörte bereits zu den Zielen der Rebellen.
Bündnis als Reaktion auf wachsende Bedrohung
Der neue Dreier-Pakt zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan soll die gegenseitige Verteidigung stärken — ein Angriff auf einen der drei Partner soll künftig als Angriff auf alle gelten. Unklar bleibt, ob und in welcher Form Ankara oder Islamabad auf den aktuellen Vorfall reagieren werden. Der türkische Außenminister betonte, das Abkommen richte sich nicht gegen den Iran, sondern diene der allgemeinen Absicherung.
Die Huthis hatten im vergangenen Monat zusätzlich eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer ausgerufen, die Riad als unbegründet zurückweist. Parallel spitzt sich die Lage in der Straße von Hormus zu: Der Iran verhandelt mit Oman über neue Schifffahrtsrouten, knüpft eine Wiedereröffnung der für ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggas-Lieferungen wichtigen Passage aber an Bedingungen wie US-Entschädigungen und ein Ende der Sanktionen.
Aramco-Chef Amin Nasser hatte bereits vergangene Woche eingeordnet, dass die wiederholten Angriffe auf Unternehmensanlagen zwar zu Produktionsunterbrechungen geführt hätten, der Betrieb aber jeweils zügig wiederhergestellt werden könne. Nach seinen Angaben blieb der operative und finanzielle Effekt bislang begrenzt.
Wie belastbar diese Einschätzung bleibt, hängt nun auch davon ab, ob der neue Dreier-Pakt tatsächlich abschreckend wirkt oder ob sich die Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur fortsetzen. Konsultationen zwischen den drei Bündnispartnern über eine mögliche Reaktion laufen nach eigenen Angaben bereits.
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