Saudi Aramco Aktie: Ă–llager in Singapur
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deSaudi Aramco holt sein Rohöl näher an die Kunden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll saudisches Öl in den Jurong Rock Caverns in Singapur lagern, in unterirdischen Kavernen mit Platz für rund 9 Millionen Barrel. Es ist die Antwort auf einen Krieg, der Asiens wichtigste Lieferroute durcheinanderbringt.
Absichtserklärung mit Singapur
Der Konzern unterzeichnet heute eine Absichtserklärung mit Singapurs Energy Market Authority und der Behörde JTC Corp. Die Verhandlungen sollen innerhalb weniger Monate abgeschlossen sein. Bislang handelt es sich also um eine Absichtserklärung, nicht um einen finalen Vertrag.
Die Kavernen liegen 150 Meter unter der Erde auf Jurong Island. Sie fassen Rohöl und Kondensat. Singapurs Energieminister Tan See Leng sprach von mehr Widerstandsfähigkeit für die saudische Lieferkette in Südostasien. Sein saudischer Amtskollege Prinz Abdulaziz bin Salman betonte, die Nähe zu den Märkten stärke die Flexibilität des Liefernetzes.
Warum jetzt?
Vor dem Krieg mit Iran bezog Asien rund zwei Drittel seines Öls aus dem Nahen Osten. Die Störungen rund um die Straße von Hormus haben diese Ströme beeinträchtigt, mehrere Länder griffen auf eigene Reserven zurück. Aramco hat seine Logistik bereits angepasst: Im Osten setzt der Konzern auf Schiff-zu-Schiff-Umladungen im Golf von Oman, im Westen laufen mehr Tanker über den Suezkanal.
Singapur wäre nach Japan und Südkorea der dritte asiatische Standort mit saudischen Reserven. In Japan lagern 8,2 Millionen Barrel, in Südkorea 5,3 Millionen. Beide Regierungen haben bei akuter Knappheit Vorrang auf die Bestände.
Die Risiken bleiben hoch. Die Huthi-Rebellen meldeten am Wochenende neue Angriffe auf saudische Flughäfen und Ölanlagen. Die Internationale Energieagentur rechnet nicht damit, dass sich die Energiemärkte vor 2027 vollständig normalisieren.
Ă–lpreis gibt nach
Zum Wochenstart sank der Ölpreis. Vermittler aus Katar reisten nach Teheran, um Möglichkeiten zur Deeskalation auszuloten. Die Sorte Brent verlor am Morgen 1,91 Dollar auf 109,79 Dollar, WTI fiel auf 101,08 Dollar.
Für Aramco bleibt der Preis damit auf hohem Niveau, die Lieferrisiken aber auch. Nach den US-Zwischenwahlen Anfang November könnten laut Marktbeobachtern neue Militärschläge gegen den Iran drohen. Das Lager in Singapur soll ab der zweiten Jahreshälfte 2027 stehen, die Verhandlungen darüber laufen in den kommenden Monaten.
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