Saudi Aramco Aktie: Preissenkung überrascht Händler
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Saudi Aramco hat den Ölmarkt am Wochenende auf dem falschen Fuß erwischt. Der Konzern senkte die Preise für seine Hauptsorte Arab Light in Asien überraschend und drückte sie auf den niedrigsten Stand seit 2020. Händler und Raffinerien hatten fest mit dem Gegenteil gerechnet.
Rabatt statt Aufschlag
Arab Light notiert für asiatische Kunden nun fünf Dollar unter der regionalen Referenzsorte. Erwartet worden war eine Anhebung um denselben Betrag. Für Europa ging es dagegen leicht nach oben, auch das Mittelmeer-Geschäft wurde etwas teurer.
Hinter dem Schritt stehen offenbar steigende Liefermengen. Zudem soll der Konzern tiefe Abschläge für Öl aus Oman gewährt haben, um die Rekordfrachtraten auszugleichen. Die Ölpreise gaben nach der Nachricht weiter nach: US-Leichtöl WTI lag zuletzt bei rund 89 Dollar je Barrel, Brent bei knapp 102 Dollar.
Parallel dazu entspannte sich die Lage am Golf etwas. Die Ölexporte der Region erreichten in etwa der Hälfte des Septembers wieder Vorkriegsniveau, getragen von saudischen Verladungen am Roten Meer und am Golf. Die G7-Staaten kündigten zudem zusätzliche Mengen an, ein Teil davon aus Notreserven. Die Opec+ lässt ihre Förderziele auch im November unverändert.
Warnung vor knappen Lagern
Aramco selbst zeichnet allerdings ein anderes Bild als die Preisschilder. Der Vorstandschef sagte am Montag, der Druck auf Rohöl und Raffinerieprodukte werde zunehmen. Es könne bis zu zwei Jahre dauern, die als Notmaßnahme geleerten globalen Lagerbestände wieder aufzufüllen. Fallen die Bestände weiter, wenn die Lage am Golf angespannt bleibt, droht neue Knappheit.
Die Sicherheitslage bleibt fragil. In der Straße von Hormus und vor der jemenitischen Küste wurden zuletzt Zwischenfälle gemeldet. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Pipelines, Raffinerien und Verladeanlagen anfällig für Huthi-Angriffe bleiben. Das könnte es Saudi-Arabien erschweren, die Förderung hoch zu halten und den Markt über das Rote Meer zu versorgen.
Saudi-gestützte jemenitische Truppen holten sich diese Woche Küstengebiete an der Meerenge Bab al-Mandab von den Huthi zurück. Die Kämpfe halten jedoch an, und der Streit zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus ist ungelöst.
Der nächste Preisschritt folgt mit den Verkaufspreisen für Dezember. Dann zeigt sich, ob Aramco den Rabattkurs in Asien fortsetzt oder bei weiter steigenden Exportmengen wieder anzieht.
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