Sberbank Aktie: Krypto-Kredite geplant
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 21:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Russlands größte Bank bereitet sich auf einen Markt vor, den es dort erst seit dem 1. September offiziell gibt. Sberbank will künftig nicht nur Bitcoin, sondern auch Ethereum und den Stablecoin Tether als Kreditsicherheit akzeptieren — vorausgesetzt, die russische Zentralbank gibt diese Assets für den öffentlichen Handel frei.
Vize-Vorstandschef Anatoly Popov bezifferte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS das Potenzial des neuen Kryptomarktes: Im ersten Jahr nach Inkrafttreten der Regulierung könnten in Russland bis zu 4 Billionen Rubel, umgerechnet rund 46,4 Milliarden Dollar, über reguläre Börsen gehandelt werden.
Bis 2029 soll das Volumen auf etwa 7,5 Billionen Rubel steigen. Popov selbst nannte die Schätzung konservativ, da ein erheblicher Teil des Handels weiterhin über Krypto-Börsendienste außerhalb der formellen Handelsplätze laufen dürfte.
Vorbereitung läuft seit Monaten
Ganz neu ist das Thema für die Bank nicht. Bereits im Dezember 2025 lief ein Pilotprojekt mit dem Mining-Unternehmen Intelion, bei dem Bitcoin als Kreditsicherheit diente. Konkrete Konditionen für die geplante Erweiterung auf Ethereum und Tether — Beleihungsquoten, Zinssätze, ein Starttermin — hat die Bank bislang nicht genannt. Alles hängt an der ausstehenden Freigabe durch die Zentralbank.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Russlands Leitzins liegt bei 14 Prozent, was Kredite teuer macht. Für Krypto-Miner oder Investoren, die ihre Bestände nicht verkaufen, sondern beleihen wollen, um von möglichen Kurssteigerungen weiter zu profitieren, ergibt sich daraus ein klarer Anreiz. Das neue Gesetzeswerk, das Präsident Wladimir Putin Anfang August unterschrieben hat, regelt Handel, Verwahrung und grenzüberschreitende Zahlungen mit Kryptowerten — der Einsatz als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen im Inland bleibt jedoch verboten. Nur Bitcoin, Ethereum und USDT haben es auf die Liste der Zentralbank für zugelassene Assets geschafft, andere Token wie XRP fielen durch.
Neben dem Krypto-Vorstoß meldete die Bank zuletzt auch eine Umschuldung: Kredite über insgesamt 6,8 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 79 Millionen Dollar, für Händler auf den Plattformen Ozon und Wildberries wurden restrukturiert. Hintergrund waren Angriffe auf Logistikeinrichtungen der beiden E-Commerce-Anbieter im Grenzgebiet zur Ukraine.
Bis zum 1. Juli 2027 haben professionelle Marktteilnehmer Zeit, sich für den regulierten Kryptohandel lizenzieren zu lassen. Erst danach dürfte sich zeigen, wie viel vom prognostizierten Volumen tatsächlich über offizielle Kanäle läuft statt über informelle Handelsplätze.
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