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Schlote Holding: 330 Mitarbeiter von Werkschließungen betroffen

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schlote Holding verkauft China-Geschäft, beendet aber Produktion an drei deutschen Standorten. Rund 330 Mitarbeiter sind von den Werksschließungen betroffen.

Schlote Holding: China-Verkauf abgeschlossen, deutsche Werke schließen
Leere, stillgelegte Produktionshalle einer Fabrik mit Maschinen im gedimmten Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das Insolvenzverfahren der Schlote Holding erreicht mit dem Verkauf internationaler Einheiten und der geplanten Schließung deutscher Standorte eine entscheidende Phase. Während das Geschäft in China erfolgreich veräußert wurde, steht die Produktion in mehreren inländischen Werken in den kommenden Monaten vor dem Aus.

Verkauf des Standorts in China vollzogen

Medienberichten zufolge wurde der Verkauf der SCHLOTE Automotive Parts (Tianjin) Co., Ltd. am 15. Juli erfolgreich abgeschlossen. Der Standort im chinesischen Tianjin beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von etwa 45 Millionen Euro. Die Tochtergesellschaft ist auf die hochpräzise Zerspanung von Getriebegehäusen spezialisiert und beliefert namhafte Automobilhersteller sowie Zulieferer, darunter Volkswagen und ZF.

Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines Share Deals als Teil des Verwertungsprozesses im Insolvenzverfahren. Der Erlös aus diesem Verkauf wird in die allgemeine Insolvenzmasse der Schlote Holding einbezogen. Auf die erwartete Befriedigungsquote der Anleihegläubiger hat dieser Abschluss nach Unternehmensangaben jedoch keine wesentlichen Auswirkungen.

Produktionsstopp an deutschen Standorten

Im Gegensatz zum erfolgreichen Verkauf des China-Geschäfts gestaltet sich die Lage an den heimischen Standorten zunehmend schwierig. Berichten der Fachzeitschrift Automobil Industrie zufolge verliert die Gruppe wichtige Aufträge an Wettbewerber. Kunden der betroffenen Produktionsbetriebe haben mitgeteilt, dass sie ihre Bauteile künftig von anderen Lieferanten beziehen werden.

Besonders betroffen sind die Getriebe- und Antriebstechnik Wernigerode GmbH, die Schlote Harzgerode GmbH sowie die Schlote Brandenburg GmbH & Co. KG. Insgesamt sind an diesen Standorten rund 330 Mitarbeitende von den Entwicklungen betroffen. In Brandenburg an der Havel hat die sogenannte Ausproduktion bereits begonnen, wobei die endgültige Werkschließung für den Herbst vorgesehen ist.

Scheitern der Investorengespräche für das Kernsegment

Laut Insolvenzverwalter Manuel Sack konnte trotz intensiver Verhandlungen keine Einigung für eine Fortführung aller Standorte erzielt werden. Zwar gab es drei strategische Investoren, die Interesse an der Übernahme einzelner Werke zeigten, doch kam eine Übereinkunft zwischen den potenziellen Käufern und den Hauptkunden der Schlote-Gruppe nicht zustande.

Zuvor hatten Kunden die Fortführung der Werke noch mit Verlustübernahmen in zweistelliger Millionenhöhe unterstützt. Da diese finanzielle Unterstützung nun endet und die Aufträge abgezogen werden, liegt die Entscheidung über die weiteren Schritte für die Standorte in Wernigerode und Harzgerode bei den jeweiligen Gläubigerausschüssen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Schlote Holding GmbH wurde bereits am 1. Mai 2025 eröffnet.

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