Seabridge Gold Aktie: Streit um KSM-Konsultation
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Seabridge Gold prallen zwei Entwicklungen aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. WÀhrend Analysten die Finanzierung des KSM-Projekts als Bewertungshebel feiern, meldet sich nun eine Indigenous-Regierung mit deutlicher Kritik zu Wort.
Gitxsan fordert Konsultation ein
Die Gitxsan Huwilp Government (GHG) hat ihre UnterstĂŒtzungserklĂ€rung fĂŒr das KSM-Projekt aus dem Jahr 2013 zurĂŒckgezogen. Grund ist ein Gerichtsurteil des BC Supreme Court vom 8. Juni 2026, wonach die zustĂ€ndige Umweltbehörde ihrer Konsultationspflicht gegenĂŒber der Tsetsaut Skii km La Ha (TSKLH) nicht ausreichend nachgekommen sei.
TSKLH hat nun bis zum 28. September 2026 Zeit, schriftliche Stellungnahmen zur Frage einzureichen, ob das Projekt bereits "substanziell begonnen" wurde.
Im Zentrum des Streits steht die geplante Tailings-Anlage des KSM-Projekts, die TSKLH als ĂŒbergroĂe Abfalldeponie kritisiert. Seabridge verweist darauf, dass das Gebiet auch von der Tahltan Nation und der Nisga'a Nation beansprucht wird, mit denen das Unternehmen bereits Vereinbarungen geschlossen hat.
Nach eigenen Angaben hat Seabridge in den vergangenen vier Jahren AuftrÀge im Umfang von rund 515 Millionen Dollar an indigene Unternehmen vergeben, seit 2021 flossen mehr als 650 Millionen Dollar in das Projekt.
Finanzierung liefert RĂŒckenwind
Parallel dazu bewertet die Analysefirma Stonegate Capital Partners die zweite JahreshĂ€lfte 2026 als Wendepunkt fĂŒr die Finanzierungsstruktur des Projekts. Eine geplante Earn-in-Joint-Venture mit einem noch nicht benannten Partner gilt als zentraler Katalysator fĂŒr eine Neubewertung der Aktie. Hinzu kommt eine unbesicherte KreditfazilitĂ€t ĂŒber 100 Millionen Dollar, aus der bis zum 13. August noch keine Mittel abgerufen wurden.
Nach EinschĂ€tzung von Stonegate handelt es sich um Kapitalmarkt-BewertungslĂŒcke. Seabridge werde derzeit nur mit rund zehn Prozent des nach Steuern berechneten Netto-Barwerts von KSM gehandelt, der auf 33,3 Milliarden Dollar taxiert wird â deutlich unter vergleichbaren Entwicklungsprojekten der Branche.
Die Analysten fĂŒhren den Abschlag vor allem auf die Unsicherheit rund um Partner und Finanzierungsweg zurĂŒck, nicht auf die QualitĂ€t des Projekts selbst.
FĂŒr Seabridge bleiben damit zwei Baustellen offen: die technische und rechtliche KlĂ€rung der Landkonflikte bis zur Fristsetzung Ende September, und die Bekanntgabe des strategischen Partners, die laut Stonegate der eigentliche Kurstreiber wĂ€re. Beide Fragen dĂŒrften den Aktienkurs in den kommenden Wochen stĂ€rker bewegen als die eigentlichen Quartalszahlen.
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