Seatrium, Aktie

Seatrium Aktie: LNGT Türkiye schließt Umbauprogramm ab

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Werftkonzern hat sieben LNG-Tanker für Karpowership zu schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheiten umgebaut.

Seatrium beendet LNGT-Türkiye-Umbau und schließt Sieben-Schiffe-Programm ab
Moderne Werftanlagen bei Sonnenuntergang als Symbol für industrielle Fertigung und maritime Technik. Illustration mit AI erstellt.

Der maritime Industriekonzern Seatrium hat ein langjähriges Schlüsselprojekt im Flüssigerdgas-Sektor vollendet. Mit der feierlichen Namensgebung und Ausfahrt der „LNGT Türkiye“ schloss das Unternehmen ein 2018 gestartetes Umrüstungsprogramm über insgesamt sieben Schiffe für den türkischen Energiebetreiber Karpowership erfolgreich ab. Am Freitag ging die Aktie von Seatrium bei einem Schlusskurs von 1,56 USD aus dem Handel.

Sieben Einheiten für schwimmende Gasinfrastruktur

Bei dem Großprojekt wurden sieben konventionelle LNG-Tanker zu schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheiten (FSRU) umgebaut. Neben der nun fertiggestellten LNGT Türkiye umfasst die Serie die Einheiten LNGT Africa, Asia, Europe, Antarctica, Americas und Oceania.

Die FSRUs dienen dazu, die schwimmenden Kraftwerke von Karpowership auf vier Kontinenten mit Gas zu versorgen. Der Betreiber verfügt über 45 sogenannte Powerships mit einer Gesamtleistung von mehr als 8.500 Megawatt.

Die 272 Meter lange LNGT Türkiye verfügt über eine Speicherkapazität von 127.594 Kubikmetern. Ihre Regasifizierungskapazität liegt bei 126 bis 150 Millionen Standardkubikfuß pro Tag. Der im Juli 2025 durch Kinetics vergebene Auftrag umfasste unter anderem die Installation des Regasifizierungsmoduls, eines Spread-Mooring-Systems sowie moderner Umschlag-, Elektro- und Automatisierungstechnik.

Der Umbau markiert zugleich eine Übergangsphase für die Werftinfrastruktur des Konzerns. Das Schiff verließ den Admiralty Yard in Singapur, den Seatrium bis zum Jahr 2028 an die Behörden zurückgeben will.

Künftige Vorhaben mit Karpowership sollen stattdessen am Tuas Boulevard Yard umgesetzt werden. Nach eigenen Angaben deckt Seatrium weltweit mehr als 90 Prozent des Marktes für FSU- und FSRU-Umrüstungen ab und blickt global auf 22 realisierte Projekte dieser Art zurück.

Rechtliche Altlasten und Folgeaufträge

Für den singapurischen Konzern bedeutet der Abschluss des Programms keinen Stillstand in der Kooperation. Bereits im März sicherte sich Seatrium einen Folgeauftrag für die Umrüstung einer achten FSRU-Einheit für denselben Kunden. Perspektivisch streben beide Unternehmen zudem Projekte für Powerships der nächsten Generation an.

Zugleich gab es an juristischer Front Entlastung bezüglich historischer Vorgänge der Vorgängergesellschaft Sembcorp Marine. Ein Gericht in Singapur sprach gestern den früheren Präsidenten und CEO Wong Weng Sun sowie den früheren Manager Lee Fook Kang von Bestechungsvorwürfen frei, die im Zusammenhang mit Ermittlungen zu früheren Aufträgen in Brasilien standen. Vor dem Freispruch hatte die zuständige Ermittlungsbehörde CPIB anstelle einer weiteren Strafverfolgung eine Verwarnung ausgesprochen.

Trotz der jüngsten operativen Liefererfolge spürt das Papier Gegenwind aus den Vormonaten. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 11 Prozent. Seatrium beschäftigt weltweit über 24.000 Mitarbeitende und bleibt mit seinen Auftragsbeständen eng an den Ausbau der globalen Offshore-Energieinfrastruktur gebunden.

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