SEB, Aktie

SEB Aktie: Kapitalaufschlag drückt Kurs

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Quartalsgewinn sank, während die Aufsicht zehn Milliarden Kronen zusätzliches Kapital verlangt und SEB Aktienrückkäufe pausiert.
Flatlay mit Aktienzertifikat und ISIN-Karte symbolisiert die Aktie von Skandinaviska Enskilda Banken, ISIN SE0000148884 Illustration mit AI erstellt.

Gewinnrückgang, Rückkaufstopp und eine Kapitalauflage der Aufsicht: Die schwedische Großbank SEB hat am Donnerstag gleich mehrere Belastungen auf einmal vorgelegt. Die Aktie gab im Handel zeitweise knapp fünf Prozent nach und fiel auf rund 207 Schwedische Kronen.

Zahlen unter den Erwartungen

Der Nettogewinn im dritten Quartal lag bei 7,5 Milliarden Kronen und damit knapp zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Analysten hatten rund fünf Prozent mehr erwartet. Das Betriebsergebnis sank auf 9,4 Milliarden Kronen, die Eigenkapitalrendite fiel auf 13,0 Prozent.

Das Kerngeschäft lief solide. Der Zinsüberschuss legte um drei Prozent zu, die Provisionserträge stiegen um sieben Prozent. Die Gesamterträge blieben dadurch nahezu stabil.

Den Ausschlag nach unten gab das Handelsgeschäft. Das Nettofinanzergebnis brach um 36 Prozent auf 1,1 Milliarden Kronen ein. Interims-Konzernchef Jonas Ahlström verwies auf zurückhaltende Kunden und ein schwieriges Marktumfeld im Handel mit Zinsprodukten, Devisen und Rohstoffen.

Aufsicht verlangt mehr Kapital

Schwerer wiegt womöglich die Entscheidung der Finanzinspektion. Sie kündigte einen befristeten Kapitalaufschlag von zehn Milliarden Kronen an, wirksam zum 31. Dezember 2026. Hintergrund sind Mängel in den internen Kreditrisikomodellen der Bank.

SEB reagiert mit einer Pause bei den Aktienrückkäufen. Das zuletzt laufende Programm im Volumen von 1,25 Milliarden Kronen endete bereits am 20. Oktober. Der Vorstand begründet den Stopp mit dem anhaltenden Kreditwachstum und der höheren Kapitalanforderung. Damit fällt eine Stütze weg, die den Kurs zuletzt getragen hatte.

Die Bank will neue Modellanträge spätestens im dritten Quartal 2027 einreichen. Der Aufschlag könnte die Ausschüttungsspielräume also über mehrere Quartale begrenzen.

Immerhin liegt die harte Kernkapitalquote mit 17,1 Prozent komfortabel, der Puffer zu den Anforderungen beträgt 250 Basispunkte. Bei den Kosten gibt sich das Management zuversichtlich: Sie sollen 2026 um etwa 500 bis 600 Millionen Kronen unter dem Jahresziel landen.

Schwacher Sektor, nervöser Markt

Auch die Konkurrenz stand unter Druck. Swedbank und Handelsbanken gaben nach eigenen gemischten Quartalszahlen ebenfalls nach. Der Stockholmer Leitindex OMX Stockholm 30 verlor rund zwei Prozent, belastet von steigenden Ölpreisen nach Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus.

Der Tagestiefstand lag bei 206,2 Kronen. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 238,5 Kronen fehlen damit gut 13 Prozent. Ob SEB die Rückkäufe wieder aufnimmt, hängt an der Genehmigung der neuen Modelle, die frühestens nach der Einreichung im dritten Quartal 2027 absehbar ist.

Anzeige

Skandinaviska Enskilda Banken-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Skandinaviska Enskilda Banken-Analyse vom 22. Oktober liefert die Antwort:

Die neusten Skandinaviska Enskilda Banken-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Skandinaviska Enskilda Banken-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Skandinaviska Enskilda Banken: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...
de | SE0000148884 | SEB | boerse | 70392590 |