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Select Energy Services Aktie: Wasser als Wachstumsmotor

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 19:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Select Water Solutions verdreifacht Margen durch Wasserrecycling und baut Infrastruktur im Delaware-Becken massiv aus. Lithium- und Jodprojekte eröffnen neue Einnahmequellen.

Select Water Solutions: Wasserinfrastruktur treibt Margen und Wachstum
Abstrakte Darstellung von Wasserinfrastruktur und industriellem Wachstum in moderner, professioneller Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Ölfeld-Dienstleister, der seine Marge verdreifacht — ohne neues Kerngeschäft, nur durch die Art, wie er mit Wasser umgeht. Select Water Solutions, wie sich Select Energy Services inzwischen nennt, hat auf der EnerCom-Konferenz in Denver vorgerechnet, wie aus einem klassischen Zulieferer für die Öl- und Gasbranche ein margenstarkes Infrastrukturunternehmen wurde.

Vom Zulieferer zum Netzbetreiber

Firmengründer und CEO John Schmitz beschrieb den Wandel als schrittweisen Prozess, der 2019 begann und sich nach der Pandemie beschleunigte. Früher bestand das Geschäft zu rund 80 Prozent aus reinen Abrufservices mit Bruttomargen von 22 bis 23 Prozent. Der neue Wasserinfrastruktur-Bereich erreicht dagegen 50 bis 60 Prozent, in Einzelfällen sogar 70 Prozent.

Kern der Strategie ist das Prinzip "Recycle First": Statt Produktionswasser einfach zu entsorgen, wird es zunächst aufbereitet und für neue Fracking-Vorgänge wiederverwendet. Kunden mit Wasserüberschuss sparen dabei rund 30 Prozent gegenüber klassischer Entsorgung, Kunden mit Wasserbedarf zahlen etwa 30 Prozent weniger als für frisches Wasser.

Rekordquartal und neue Verträge

Das jüngste Quartal brachte mit 93 Millionen Dollar EBITDA einen Bestwert in der Firmengeschichte — das Management stellte für das laufende Quartal eine weitere Steigerung in Aussicht. Auf Zwölfmonatsbasis liegt das EBITDA bei 253 Millionen Dollar, die Marktkapitalisierung bei rund 2,9 Milliarden Dollar. Die Aktie legte binnen eines Jahres um 165 Prozent zu und notiert nahe ihrem Jahreshoch.

Am Tag der Konferenz meldete das Unternehmen zudem eine Erweiterung eines bestehenden Wassermanagement-Vertrags im Norden des Delaware-Beckens mit einem großen, investment-grade eingestuften Betreiber. Die Vereinbarung läuft künftig zwölf Jahre und deckt rund 875.000 Acres in den Countys Eddy und Lea in New Mexico sowie Culberson in Texas ab, davon 256.000 Acres neu als Kernfläche gewidmet.

Select baut dafür rund 100 Meilen Pipeline, drei Millionen Barrel Speicherkapazität und zusätzliche Aufbereitungskapazität von 60.000 Barrel pro Tag. Das Projekt soll zwischen 100 und 120 Millionen Dollar kosten und bis Ende 2027 betriebsbereit sein, ohne die Investitionsplanung für 2026 zu verändern.

Warum das Delaware-Becken zentral bleibt

Der eigentliche Wachstumstreiber liegt im sogenannten Upper Delaware in New Mexico und Texas. Dort fallen laut Schmitz sechs Barrel Wasser pro Barrel Öl an — deutlich mehr als in anderen, bereits stärker ausgebeuteten Schieferregionen mit Verhältnissen von eins-zu-eins oder drei-zu-eins. Das Unternehmen betreibt dort inzwischen mehr als 1.000 Meilen Pipeline und 29 Millionen Barrel Speicherkapazität auf etwa 1,5 Millionen fest zugeordneten Acres.

Parallel testet Select neue Einnahmequellen aus demselben Wasserstrom: drei Lithium-Extraktionsverträge, darunter mit Mariana Minerals, sowie eine Vereinbarung zur Jod-Gewinnung mit einem seit rund 50 Jahren in Oklahoma aktiven japanischen Unternehmen. Die Partner bauen und betreiben die Anlagen auf eigene Kosten, Select erhält im Gegenzug Lizenzgebühren — ein erster Scheck aus dem Lithium-Geschäft ist bereits eingegangen.

Bilanz bleibt konservativ

Bei einer Verschuldung von unter dem Einfachen des EBITDA und einer Verschuldungsquote von 0,28 hält sich das Unternehmen finanziell zurückhaltend. Eine erste Aktienemission seit dem Börsengang 2017 wurde nach Unternehmensangaben gut vom Markt aufgenommen und diente der Vorfinanzierung des diesjährigen Investitionsprogramms von 200 bis 250 Millionen Dollar in den Countys Eddy und Lea. Zusätzlich sollen weitere kürzlich angekündigte Projekte rund 160 Millionen Dollar an Kapital binden.

Das Management strebt für das Gesamtunternehmen langfristig eine EBITDA-Marge von etwa 35 Prozent an, sobald der bestehende Auftragsbestand vollständig in laufende Erträge übergeht. Bereits jetzt sind Teile der für 2027 erwarteten Entwicklung ins laufende Jahr vorgezogen worden — ein Signal dafür, wie schnell neue Infrastrukturprojekte in Eddy und Lea County an Fahrt aufnehmen.

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