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Shell Aktie: Gasfeld Jackdaw bekommt Grünes Licht

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Freigabe ermöglicht den Betriebsstart; Lieferungen sollen Ende Oktober beginnen, während die Klimawirkung politisch umstritten bleibt.
Shell plc GB00BP6MXD84: Flatlay mit Zapfpistole, Pipeline-Ventil, Ölflasche und Weltkarte auf Stahltisch Illustration mit AI erstellt.

Die britische Regierung hat die Förderung am Gasfeld Jackdaw in der zentralen Nordsee genehmigt. Das Feld gehört Shell. Für den Konzern ist die Entscheidung ein Projektfortschritt, politisch bleibt sie hochumstritten.

Lieferung ab Monatsende

Jackdaw soll ab Ende Oktober Gas an britische Haushalte und Unternehmen liefern. Energieministerin Miatta Fahnbulleh gab den Weg frei, damit die Regulierungsbehörde die Förderung zulassen kann. Das Feld war bereits lizenziert, die Zustimmung der Behörde erlaubt nun den Betriebsstart.

Die Regierung rechnet damit, dass Jackdaw die heimische Gasproduktion zum Höhepunkt um rund 6 Prozent steigert. Die Lebensdauer des Feldes beziffert sie auf bis zu elf Jahre. Hunderte Arbeitsplätze sollen gesichert werden, der volkswirtschaftliche Nutzen liege bei geschätzt 2,9 Milliarden Pfund.

Den Zeitpunkt begründet London mit der Energielage. Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten haben weltweit die Energiepreise nach oben getrieben und britische Haushalte belastet. Heimisches Gas soll im Winter helfen, teure Importe zu begrenzen.

Streit um Klimawirkung

Der Entscheidung ging ein längeres Verfahren voraus. Nach dem Urteil des Supreme Court im Fall Finch aus dem Jahr 2024 müssen Betreiber auch die Emissionen aus der Verbrennung des geförderten Öls und Gases in ihren Umweltprüfungen berücksichtigen. Die Ministerin kam zu dem Schluss, dass Jackdaw die gesetzlichen Klimaziele und das Netto-Null-Ziel für 2050 nicht gefährdet.

Die Grünen sehen das anders. Parteichef Zack Polanski sprach von „Klimavandalismus" und nannte die Genehmigung einen Sieg für Shell über die Menschen. Er verwies auf geschätzte 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionen des Feldes.

Die Regierung betont dagegen, sie bleibe ihrem Wahlversprechen treu: keine neuen Lizenzen für unerschlossene Felder, aber Bewirtschaftung bestehender Felder über ihre gesamte Laufzeit.

Fonds aus Nordsee-Einnahmen

Am selben Tag kündigte Finanzminister John Healey einen neuen Energy Wealth Fund an. Er soll Steuereinnahmen aus Nordsee-Öl und -Gas in erneuerbare und CO2-arme Projekte lenken. Zum Start fließen 2 Milliarden Pfund, später kommen laufende Nordsee-Einnahmen hinzu.

Das Ziel: Gas soll den Strompreis seltener bestimmen. Die Regierung will Gas- und Strompreise bis zum Ende der Legislaturperiode deutlich entkoppeln.

Für Shell ist vor allem der Zeitplan relevant. Die Lieferungen aus Jackdaw sollen Ende Oktober beginnen, kurz bevor der Winter die Nachfrage nach Gas steigen lässt. Das Haushaltspaket der Regierung steht als Nächstes an.

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