Siemens Aktie: Prognose rauf
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens legt Quartalszahlen vor, die selbst optimistische Schätzungen übertreffen — und schraubt die eigene Latte gleich mit hoch. Der Auftragseingang erreicht einen Rekordwert, das Ergebnis im Industriegeschäft springt um ein Viertel. Der Rechenzentrums-Boom in den USA erweist sich als Wachstumsmotor, den offenbar niemand in dieser Stärke auf dem Zettel hatte.
Rekordauftragseingang treibt Zahlen
Im dritten Quartal kletterte der Auftragseingang um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro — angetrieben von der Sparte Smart Infrastructure und damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf rund 20,8 Milliarden Euro, bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte lag das Plus bei acht Prozent.
Das Ergebnis im Industriegeschäft schoss um ein Viertel auf 3,5 Milliarden Euro nach oben. Dabei halfen auch Zollrückerstattungen in den USA, insbesondere bei der Medizintechniktochter Siemens Healthineers. Unter dem Strich blieben 2,6 Milliarden Euro übrig, ein Plus von 15 Prozent — auch das mehr, als der Markt erwartet hatte.
Hinter den Zahlen steht ein Trend, der längst über Siemens hinausreicht: Der massive Zubau von Rechenzentren in den USA lässt die Nachfrage nach Industrieautomatisierung, Software und Infrastrukturtechnik parallel steigen. Neben Siemens profitieren auch Siemens Energy und RWE von diesem Strom- und Rechenzentrums-Boom, ebenso kleinere Zulieferer wie Hochtief oder Technotrans, deren Auftragsbücher sich in den vergangenen zwölf Monaten spürbar gefüllt haben.
Ausblick angehoben, Umsatzziel bestätigt
Als Konsequenz aus dem starken Quartal hob Siemens die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 an. Das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, zuvor waren 10,70 bis 11,10 Euro angepeilt. Beim Umsatz bleibt der Konzern bei seiner Spanne von sechs bis acht Prozent vergleichbarem Wachstum, rechnet aber weiterhin damit, das obere Ende zu erreichen.
Für die Sparte Smart Infrastructure erhöhte Siemens zudem die Erwartungen an Umsatz und Marge. Das Geschäftsjahr endet Ende September — bis dahin dürfte sich zeigen, wie nachhaltig sich der Rechenzentrums-Rückenwind in den Büchern niederschlägt.
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