Siemens, Aktie

Siemens Aktie: Zwölf Wasserstoffzüge für Rumänien bestellt

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Evercore ISI senkte die Einstufung auf „In Line“; Siemens meldete zugleich neue Vorhaben in Mobilität und Vertrieb.

Makroaufnahme einer Leiterplatte mit goldenen Steckverbindern und Mikrochips
Makroaufnahme einer Platine mit goldenen Kontakten veranschaulicht Präzisionstechnik der Siemens AG DE0007236101 in Digital Industries Illustration mit AI erstellt.

Ein von Zins- und Konjunktursorgen geprägter Handelstag hat die Siemens-Aktie am Donnerstag belastet. Das Papier des Münchner Konzerns verzeichnete heute ein Minus von 2,2 Prozent auf 265,30 Euro.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gerieten deutsche Standardwerte im Zuge eines breiten Ausverkaufs unter Druck. Steigende Anleiherenditen, anziehende Ölpreise sowie neu aufflammende Inflations- und Wachstumssorgen dämpften die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer spürbar.

Die Abgaben fügen sich in ein volatiles Marktumfeld ein, nachdem die Aktie am Mittwoch noch bei 271,15 Euro aus dem Handel gegangen war. Trotz der aktuellen Kursschwäche treibt das Unternehmen strategische Projekte und das operative Geschäft in zentralen Sparten weiter voran.

Bahnsparte ordert Brennstoffzellen für Rumänien

Operative Neuigkeiten gab es gestern aus dem Mobilitätssektor. Wie Ballard Power Systems mitteilte, hat das Unternehmen einen Auftrag über 24 FCrail-Brennstoffzellenmodule mit einer Gesamtleistung von 4,8 Megawatt erhalten. Die Module sind für zwölf Wasserstoffzüge des Typs Mireo Plus H bestimmt, die Siemens Mobility für die rumänische Eisenbahnreformbehörde fertigt.

Der Zeitplan für dieses Projekt steht bereits fest. Die Auslieferung der Brennstoffzellenmotoren durch den Zulieferer ist für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen. Der reguläre Fahrgastbetrieb der Züge in Rumänien soll anschließend im Jahr 2029 starten. Für die Bahntechniksparte unterstreicht das Vorhaben den schrittweisen Übergang zu alternativen Antriebstechnologien im europäischen Schienenverkehr.

Vertriebsoffensive und interne Neuordnung

Zu Wochenbeginn hatte Siemens zudem Weichenstellungen auf Konzernebene bekanntgegeben. Am Montag vereinbarte das Unternehmen mit TD SYNNEX einen Rahmen für eine weltweite Vertriebspartnerschaft. Ziel dieser Kooperation ist es, die Technologie von Siemens mit dem IT-Ökosystem des Partners zu verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen dabei Anwendungen rund um Physical AI und das Zusammenwachsen von IT und operativer Betriebstechnik.

Parallel dazu kündigte das Unternehmen am Montag eine veränderte Aufstellung an der Spitze des Heimatmarktes an. Die für Deutschland zuständigen Geschäfte sollen künftig unter einem gemeinsamen Führungsteam gebündelt agieren, um die Abläufe im Inland zu koordinieren. Auf lokaler Ebene übernahm Thomas Schott zudem die Repräsentanz der Niederlassung Chemnitz sowie die Leitung des dortigen Niederlassungsbetriebs.

Analysten sehen Bewertungsspielraum eingeengt

Auf fundamentaler Seite blicken Analysten derzeit selektiver auf die Perspektiven der Aktie. Am 2. Oktober stufte das Analysehaus Evercore ISI den Titel von zuvor „Outperform“ auf „In Line“ herab, beließ das Kursziel jedoch bei 315 Euro. Medienberichten zufolge begründeten die Analysten ihre vorsichtigere Haltung damit, dass die erwarteten Margensteigerungen im aktuellen Kursniveau bereits weitgehend eingepreist seien.

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