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Siemens Energy Aktie: Gamesa schreibt schwarze Zahlen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy überrascht mit starken Q3-Zahlen und erstmals positivem Gamesa-Ergebnis. Die Aktie dreht trotzdem ins Minus, die Spinoff-Frage bleibt offen.

Siemens Energy übertrifft Erwartungen: Gamesa erstmals profitabel
Moderne Windkraftanlagen auf hoher See bei Sonnenuntergang als Symbol für wirtschaftliche Erholung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Konzern übertrifft die Erwartungen auf breiter Front – und die Aktie reagiert trotzdem mit einem Rücksetzer. Bei Siemens Energy zeigt sich am Mittwoch ein Muster, das Anleger in den vergangenen Monaten schon öfter erlebt haben: Starke Zahlen treffen auf eine Marktstimmung, die längst viel eingepreist hat.

Der Energietechnikkonzern, der künftig als Omterra firmieren soll, legte im dritten Geschäftsquartal ein Zahlenwerk vor, das an mehreren Stellen positiv überraschte. Der Auftragseingang kletterte um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro – rund eine Milliarde mehr, als der Markt erwartet hatte. Der Umsatz wuchs um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, während das bereinigte Ergebnis sich mehr als verdreifachte, auf 1,6 Milliarden Euro.

Gamesa dreht ins Plus – Gas-Sparte liefert Rekorde

Der auffälligste Posten in der Bilanz ist die Windenergietochter Gamesa. Nach Jahren roter Zahlen erzielte die Sparte erstmals seit 2022 wieder einen operativen Gewinn – 75 Millionen Euro, nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Produktivitätsgewinne und niedrigere Kosten trugen dazu bei, das Ziel einer Gewinnschwelle im laufenden Geschäftsjahr hält der Konzern weiter aufrecht.

Noch stärker läuft das Gasturbinengeschäft, das einen Rekordauftragseingang verbuchte und laut Konzernchef Christian Bruch zu rund einem Fünftel bereits auf KI-Rechenzentren zurückgeht. Auch die Netzsparte Grid Technologies liefert: Der Auftragseingang legte dort um 28 Prozent zu, der Auftragsbestand erreichte 51 Milliarden Euro. Bis 2030 soll die Produktionskapazität für Leistungstransformatoren um rund die Hälfte wachsen. Finanzchefin Maria Ferraro dämpfte allerdings die Erwartungen für das laufende vierte Quartal im Gasgeschäft – das Wachstumstempo lasse sich dort kurzfristig nicht halten.

Spinoff-Frage bleibt offen

Weiter unklar ist das Schicksal der Industriesparte Transformation of Industry, die Dampfturbinen, Kompressoren für die Ölbranche und Wasserstoff-Elektrolyseure anbietet und mehr als 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Aufsichtsrat soll sich Ende August in einer Sondersitzung mit einer möglichen Abspaltung befassen. Bruch betonte, es gehe darum, für das Geschäft die besten Rahmenbedingungen zu finden – eine Entscheidung oder einen Zeitplan gebe es noch nicht.

An der Börse sorgte das starke Zahlenwerk zunächst für Kursgewinne von mehr als fünf Prozent, ehe die Aktie im Handelsverlauf drehte und zuletzt knapp ein Prozent im Minus bei rund 149 Euro notierte. Seit dem Jahrestief im Januar hatte sich der Kurs zwischenzeitlich um fast ein Fünftel erholt, bleibt aber unter dem Rekordhoch von 191,66 Euro von Ende April. Auf Jahressicht steht dennoch ein Kursgewinn von rund 24 Prozent zu Buche. Jefferies bestätigte nach den Zahlen die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 215 Euro und verwies auf den überraschend profitablen Geschäftsverlauf sowie einen Auftragsbestand von mittlerweile 95 Gigawatt im Gasgeschäft.

Die Jahresprognose bleibt bestehen: Siemens Energy rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einer Marge zwischen 10 und 12 Prozent, wobei das Management nun eher auf das obere Ende der Spanne setzt. Beim Nettogewinn peilt der Konzern weiterhin rund 4 Milliarden Euro an. Die Aufsichtsratssitzung Ende August dürfte zeigen, wie ernst es dem Management mit einer Neuordnung des Industriegeschäfts tatsächlich ist.

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