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Siemens Healthineers Aktie: Zollrückzahlung rettet Gewinnziel

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 12:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Healthineers hebt dank US-Zollerstattungen die Gewinnprognose an, senkt aber das Umsatzziel wegen schwacher Labordiagnostik.

Siemens Healthineers: Zollrückzahlungen stützen Gewinn, Umsatzprognose gesenkt
Moderne Medizintechnik-Laborumgebung mit fokussierter Beleuchtung als Symbol für Stabilität im Gesundheitssektor Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Konzern hebt seine Gewinnprognose an und senkt gleichzeitig das Umsatzziel — klingt paradox, ergibt bei Siemens Healthineers aber Sinn. Erstattete US-Zölle spülen frisches Geld in die Kasse, während die Labordiagnostik-Sparte weiter schwächelt. Das Management zieht daraus zwei gegenläufige Konsequenzen für den Ausblick.

Zölle kompensieren schwache Diagnostik

Im dritten Geschäftsquartal, das am 30. Juni endete, wuchs der vergleichbare Umsatz um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT kletterte deutlich stärker, um 15,6 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro, die Marge sprang von 16,8 auf 19,1 Prozent. Der Grund für den Sprung: Rückerstattungen von Zöllen, die unter dem US International Emergency Economic Powers Act erhoben und später für unrechtmäßig erklärt wurden, wirkten sich in allen Segmenten positiv aus.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 676 Millionen Euro übrig, ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg auf 0,70 Euro von 0,64 Euro. Der freie Cashflow legte um 21,2 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu, wovon rund 0,2 Milliarden Euro direkt auf die Zollrückzahlungen zurückgehen.

Bei den Segmenten zeigt sich ein gespaltenes Bild. Die größte Sparte Bildgebung wuchs nur moderat um 2,3 Prozent bei einer Marge von 26,5 Prozent. Präzisionstherapie mit dem Krebsspezialisten Varian legte um 9,2 Prozent zu, angetrieben von starkem Wachstum bei Advanced Therapies. Die Labordiagnostik dagegen schrumpfte um 5,5 Prozent, ihre Marge brach von 9,2 auf 4,1 Prozent ein — trotz Kosteneinsparungen aus dem laufenden Transformationsprogramm und trotz der Zollrückerstattungen.

Regional belastete vor allem China, wo der vergleichbare Umsatz im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zurückging. Die Region Amerika verzeichnete nach einem sehr starken Vorjahresquartal ein moderates Plus, Asien-Pazifik-Japan legte nur leicht zu. Positiv fiel die Auftragslage im Kerngeschäft auf: Die Equipment-Bestellungen übertrafen die Equipment-Umsätze, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,27.

Prognose: Mehr Gewinn, weniger Umsatz

Für das Gesamtjahr, das im September endet, senkte der Konzern die Wachstumserwartung beim vergleichbaren Umsatz auf eine Spanne von 3,5 bis 4,0 Prozent — ein Prozentpunkt weniger als zuvor in Aussicht gestellt. Im Gegenzug hob das Management das Ziel für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 2,35 bis 2,45 Euro an, ebenfalls um jeweils 15 Cent nach oben. CEO Bernd Montag begründete den Schritt mit robusten Auftragseingängen im synergetischen Kerngeschäft bei gleichzeitiger Schwäche in der Diagnostik.

Die Ankündigung fällt in eine Woche, in der bereits starke Zahlen des Wettbewerbers GE Healthcare für Kursfantasie bei Siemens Healthineers gesorgt hatten. Jetzt bremst der Konzern diese Erwartungen selbst wieder ein. Die Diagnostik-Sparte, die laut Konzernangaben zur Disposition steht, bleibt damit das zentrale Problem auf dem Weg zu den nächsten Jahreszielen.

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