Silber Preis: 4 Prozent Minus auf Zinssorgen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Robuste Konjunkturdaten aus den USA und anziehende Renditen bei den US-Staatsanleihen haben den Silberpreis belastet. Medienberichten zufolge gaben die Notierungen im asiatischen Handel nach und fielen zeitweise auf rund 64,10 US-Dollar je Feinunze. Am Terminmarkt COMEX war die Notierung zuvor am Mittwoch mit einem Minus von 4,0 Prozent bei einem Schlusskurs von 64,93 US-Dollar aus dem Handel gegangen.
Zinsdruck und wichtige Konjunkturtermine im Fokus
Hinter der jüngsten Abgabebereitschaft stehen vor allem geldpolitische Sorgen. Starke Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten nährten an den Märkten die Erwartung, dass die Federal Reserve die Zinsen weiter anheben könnte. Höhere Renditen festverzinslicher Papiere erhöhen traditionell die Opportunitätskosten für das Halten unverzinslicher Edelmetalle.
Gleichzeitig richten die Marktteilnehmer ihre Blicke auf richtungsweisende Wirtschaftsdaten. Am heutigen Freitag steht die Veröffentlichung der US-Auftragseingänge für langlebige Güter an. Am 30. September folgen zudem die Daten zur US-PCE-Inflation, dem bevorzugten Teuerungsmaß der US-Notenbank.
Beide Indikatoren dürften maßgeblich beeinflussen, wie die Zins- und Dollarerwartungen der Anleger in den kommenden Wochen austariert werden. Parallel dazu gilt ein bevorstehender US-China-Gipfel als kurzfristiger Makrofaktor, der für zusätzliche Zurückhaltung an den Rohstoffmärkten sorgt.
Uneinheitliche Signale aus Industrie und Analysehäusern
Neben den geldpolitischen Rahmenbedingungen rückt auch die physische Nachfrageentwicklung in den Mittelpunkt. Zugleich bezifferte das Silver Institute den erwarteten Rückgang der industriellen Gesamtnachfrage auf 2 Prozent.
Auf der Analystenseite stuften die Experten von Julius Baer das Edelmetall am 14. September neutral ein. Dabei nannten sie Kursziele von 65 US-Dollar auf Sicht von drei Monaten sowie 67,50 US-Dollar auf Sicht von zwölf Monaten.
Strukturelle Trends stützen übergeordnetes Bild
Das übergeordnete Bild zeigt sich im Mehrjahresvergleich robust. Auf Zwölfmonatssicht weist der Silberpreis noch immer ein Plus von 44 Prozent auf.
Zudem wird das physische Angebot durch strukturelle Faktoren begrenzt. Silber fällt zu großen Teilen als Nebenprodukt beim Abbau von Industriemetallen wie Kupfer, Blei und Zink sowie bei der Goldförderung an, weshalb die Minenproduktion nur träge auf Preisschwankungen reagieren kann.
Für das Jahr 2026 wird das strukturelle Angebotsdefizit am Markt auf 46,3 Millionen Unzen veranschlagt. Dennoch bestimmen auf kurze Sicht vor allem die anstehenden US-Inflationsdaten und das Zinsumfeld das Kursgeschehen.
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