Silber Preis: Arbeitsmarktdaten senken Zinserwartungen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Silberpreis stemmt sich gegen den Gegenwind steigender Anleiherenditen. Nach zwei Verlusttagen im Gefolge restriktiver Signale der US-Notenbank stabilisierte sich die Notierung im asiatischen Handel. Am Dienstag schloss der Terminkontrakt an der COMEX bei 61,70 USD je Feinunze.
Auslöser der jüngsten Belastung war das Protokoll der Federal Reserve zur September-Sitzung. Die Währungshüter hatten den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Eine klare Mehrheit der Notenbanker hielt eine weitere Erhöhung vor dem Jahresende für wahrscheinlich angemessen.
Diese Aussicht trieb die Renditen von US-Staatsanleihen spürbar nach oben. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte zeitweise auf bis zu 5,36 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Für zinslose Edelmetalle bedeutet ein solches Zinsumfeld traditionell erheblichen Gegenwind. Analysten von TD Securities berichteten zudem, dass trendfolgende Fonds kurzfristig als moderate Verkäufer auftraten.
Arbeitsmarktdaten bremsen Erwartungen für Oktober
Allerdings zeigt sich das Führungsgremium der US-Notenbank gespalten über die Notwendigkeit rascher Schritte. Während einige Notenbanker die Kerninflation durch hohe Energiepreise bedroht sehen, wollen andere die verzögerte Wirkung bisheriger Zinsschritte abwarten. Für die anstehende Sitzung Ende Oktober zeichnet sich an den Terminmärkten daher vorerst eine Zinspause ab.
Verantwortlich für die zurückhaltendere Erwartung sind vor allem schwächere Daten vom US-Arbeitsmarkt. Im September wurden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Stellen geschaffen, nachdem im Vorfeld mit einem Zuwachs von 90.000 gerechnet worden war. Zudem wurde der Beschäftigungsaufbau der beiden Vormonate um 60.000 Stellen nach unten korrigiert.
Durch die Abkühlung am Arbeitsmarkt schwand die Wahrscheinlichkeit eines Zinsentscheids nach oben bereits im Oktober deutlich. Anleger stellen sich nun vor allem auf eine mögliche Zinsanpassung im Dezember ein, was dem Edelmetall kurzfristig eine Atempause verschafft.
Charttechnische Marken im Fokus
Aus technischer Sicht bleibt das Umfeld für Silber anspruchsvoll. Der Kurs notiert mit einem Abschlag von 5,7 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 65,46 USD. Dieser Bereich bildet zusammen mit weiteren mittelfristigen Durchschnittslinien einen spürbaren Widerstandskorridor.
Auf der Unterseite richtet sich das Augenmerk der Händler nun auf die Verteidigung der psychologisch wichtigen Marke um 60 US-Dollar. Ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützung könnte weiteres Abwärtspotenzial freisetzen. Erst eine Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte würde das charttechnische Bild wieder spürbar aufhellen.
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