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Silber Preis: Chinas Lager schrumpfen um 75 Tonnen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Günstigere Preise und saisonale Schmuckkäufe stützen die Nachfrage, während der physische Handel nur verhalten anzieht.
Ein Stapel roher Silberbarren auf einem dunklen, industriellen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Chinas sinkende Silberbestände zeigen eine Belebung der Nachfrage bei niedrigeren Preisen. Shanghai Metals Market (SMM) meldet heute für die Woche einen Rückgang der chinesischen sozialen Silberbestände um 75 Tonnen auf 3.833,92 Tonnen. Als wichtigste Gründe nennt SMM preisbedingte Käufe und die saisonale Schmucknachfrage. Die Erholung des physischen Handels fällt allerdings weiterhin schwach aus.

Damit liefert der Lagerabbau ein begrenztes Nachfragesignal, aber noch keinen Beleg für einen breiten Aufschwung. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Käufen, die niedrigere Preise auslösen, und einer kräftigen Erholung des Verbrauchs. SMM beschreibt bislang vor allem die erste Entwicklung.

Chinesische Lager entwickeln sich unterschiedlich

Auch innerhalb Chinas zeigt sich kein einheitliches Bild. Die Bestände an der SHFE sanken auf 1.378,15 Tonnen. An der SGE stiegen sie dagegen auf 884,78 Tonnen. Der Rückgang der sozialen Bestände geht somit nicht mit einem gleichgerichteten Abbau an beiden Handelsplätzen einher.

Im physischen Handel treffen stärkere Nachfrage und zurückhaltende Verkäufer aufeinander. Nach Angaben von SMM zogen die Endverbraucher- und die Rechnungsnachfrage an. Gleichzeitig hielten Anbieter Verkäufe zurück. Das spricht für eine vorsichtige Belebung des Geschäfts, nicht für einen bereits dynamischen Nachfrageanstieg.

Für Anleger ist diese Einschränkung wesentlich: Die niedrigeren Preise locken offenbar Käufer an. Wie belastbar dieser Impuls ist, lässt sich am Lagerabbau allein jedoch nicht ablesen. SMM beschreibt den Markt zugleich als konsolidierend vor der bevorstehenden Fed-Sitzung.

Außerhalb Chinas steigen die Bestände

Die unterschiedlichen Bewegungen begrenzen die Aussagekraft des chinesischen Rückgangs für den gesamten Silbermarkt. Ein regionaler Bestandsabbau bedeutet nicht automatisch, dass auch andernorts weniger Metall verfügbar ist.

Eine kräftige Preisreaktion war gestern dennoch nicht erkennbar: Der COMEX-Front-Month schloss bei 58,12 USD je Feinunze. Für die weitere Einordnung stehen damit zwei Faktoren nebeneinander: die bislang schwache Erholung des physischen Handels und der FOMC-Zinsentscheid am 28. Oktober. Der chinesische Lagerabbau ist ein positives Nachfragesignal, aber noch kein umfassender Knappheitsnachweis.

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