Silber Preis: Renditen auf Höchststand seit 2002
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 05:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Physische Auslieferungen an der COMEX und neue Handelsstrukturen prägen das Geschehen am Silbermarkt zu Beginn des vierten Quartals. Nach dem Abschluss des September-Kontraktzyklus, bei dem 6.773 Standardkontrakte über insgesamt 33,865 Millionen Feinunzen sowie 1.945 Micro-Kontrakte abgewickelt wurden, startete der Oktober-Zyklus mit 57 angedienten und übernommenen Kontrakten deutlich ruhiger.
Hohe Renditen belasten das Edelmetall
Trotz der kontinuierlichen Abwicklung am Terminmarkt spürt Silber spürbaren Gegenwind von den Anleihemärkten. Laut Reuters stiegen die Renditen zehn- und 30-jähriger US-Staatsanleihen in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit 2002. Ein fester US-Dollar und das hohe Zinsniveau dämpfen das Interesse an zinslosen Anlagen spürbar.
An der COMEX ging der Silberpreis am Freitag bei 60,71 USD je Feinunze aus dem Handel. Damit bleibt das Edelmetall im bisherigen Jahresverlauf unter Druck: Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 14 Prozent.
Geopolitische Spannungen und Raffinerielaufzeiten
Neben der Geldpolitik beeinflussen geopolitische Reibungen und Verzögerungen in der Lieferkette die Marktlage. Ende September wies US-Präsident Donald Trump einen über Katar übermittelten iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zurück. Die anhaltenden Spannungen fachten zeitweise Inflations- und Zinssorgen an.
Auf der Verarbeitungsseite melden Branchenakteure verlängerte Wartezeiten: Josh Phair, CEO von Scottsdale Mint, erklärte in einem Interview, die Verarbeitung von Silber in den Raffinerien verzögere sich je nach Material um drei bis vier Monate. Fertiges Raffinadesilber sei in den USA dagegen ausreichend verfügbar.
Technische Marken und veränderte Handelszeiten
Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht schwächt Zinserwartungen an künftige Straffungsschritte zwar ab, doch das Umfeld bleibt anspruchsvoll.
Gleichzeitig zeichnen sich an den Handelsplätzen strukturelle Neuerungen ab. Marktteilnehmer erhalten damit künftig die Möglichkeit, auch außerhalb der klassischen Handelszeiten unmittelbar auf geopolitische Ereignisse und makroökonomische Umschwünge zu reagieren.
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