Silber, Preis

Silber Preis: UBS peilt 70 Dollar an

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein schwächerer Dollar und niedrigere US-Renditen stützen Silber; UBS nennt zugleich Einsparungen in der Photovoltaik als Nachfragehemmnis.
Gestapelte Silberbarren und Silbermünzen auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die heutige Silbererholung bringt Entlastung auf der Zinsseite, beantwortet aber noch nicht die Frage nach der industriellen Nachfrage. Im Umfeld eines schwächeren US-Dollars und sinkender US-Staatsanleiherenditen steigt der Preis um 4,4% auf 52,00 USD je Feinunze.

Für die Einordnung der Bewegung bleibt entscheidend: Die makroökonomische Unterstützung trifft auf weiterhin bestehende Nachfragesorgen.

Industrienachfrage bleibt der Gegenpol

Bereits gestern bezeichnete Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch den vorausgegangenen Silberpreisrückgang als überzogen. Er verwies auf die Schwäche von Technologieaktien und Basismetallen sowie auf Sorgen um die industrielle Silbernachfrage. Einen silberspezifischen Auslöser für die damaligen Verluste sah er nicht.

Damit ergibt sich ein differenzierteres Bild als bei einer ausschließlich konjunkturell begründeten Schwäche. Nach Fritschs Einschätzung geriet Silber auch im Zusammenhang mit Verlusten anderer Marktsegmente unter Druck. Als Gegengewicht nannte er die starke Importnachfrage aus Indien und China.

Die heutige Erholung passt damit zu seiner Einschätzung eines überzogenen Rückgangs. Sie belegt für sich genommen allerdings keine Verbesserung der industriellen Nachfrage. Der beschriebene Auslöser liegt auf der Währungs- und Zinsseite, nicht bei einer neuen Entwicklung des Silberangebots oder des industriellen Verbrauchs.

UBS verbindet Erholungserwartung mit Vorbehalten

Die Bank prognostizierte für Dezember 2026 einen Silberpreis von 70 US-Dollar je Feinunze.

Diese Erwartung war jedoch mit Einschränkungen verbunden. UBS verwies auf Substitution und Einsparungen im Photovoltaiksektor. Damit steht einer möglichen Preiserholung ein konkreter Nachfragevorbehalt gegenüber: Die Entwicklung der industriellen Verwendung bleibt ein eigenständiger Faktor neben Dollar und Anleiherenditen.

Für März und Juni 2027 nannte UBS jeweils 75 US-Dollar je Feinunze. Für September desselben Jahres lag die Prognose bei 80 US-Dollar.

Diese Marken sind Erwartungen und keine bereits erreichten Preisniveaus. Für Anleger liegt die wesentliche Aussage deshalb nicht allein in den höheren Zielwerten. Entscheidend ist die Kombination aus Erholungsperspektive und dem ausdrücklich genannten Risiko eines sparsameren Silbereinsatzes in der Photovoltaik.

Arbeitsmarktdaten als nächster Prüfstein

Der nächste angekündigte makroökonomische Termin ist der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, 6. November 2026. Die Veröffentlichung ist für 8:30 Uhr Eastern Time vorgesehen. Die Daten könnten die Erwartungen zum geldpolitischen Kurs der Federal Reserve beeinflussen.

Damit richtet sich der Blick erneut auf jene Einflussgrößen, die Silber heute unterstützen. Medienberichten zufolge hatten zuvor Erwartungen steigender Zinsen die Edelmetalle belastet, weil höhere Anleiherenditen Staatsanleihen gegenüber zinslosen Anlagen attraktiver machten. Die Erholung erhält somit Rückhalt vom veränderten Marktumfeld; die von den Analysten benannten Fragen zur industriellen Nachfrage bleiben davon getrennt.

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