Silber Preis: Verbrauchervertrauen rettet 60-Dollar-Marke
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin deutlicher Einbruch des US-Verbrauchervertrauens hat dem Silberpreis zum Wochenausklang spürbare Entlastung verschafft. Nach vorangegangenen Verlusttagen zog die Notierung am gestrigen Freitag um mehr als zwei Prozent an und überwand wieder die psychologisch wichtige Schwelle von 60 US-Dollar.
Ausschlaggebend für die plötzliche Erholung waren schwache Konjunkturdaten aus Übersee, die Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve vorerst dämpften.
Konsumstimmung dämpft Zinsängste
Verantwortlich für den Stimmungswechsel war die Veröffentlichung des vorläufigen Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für Oktober. Das Stimmungsbarometer sackte auf 46,3 Zähler ab. Während der Erwartungsindex mit 47,3 Zählern leicht zulegen konnte, fiel die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage mit 44,7 Punkten auf ein historisches Tief.
Für das zinslose Edelmetall bedeutete der Rückgang der Kapitalmarktzinsen unmittelbaren Auftrieb.
An den Terminmärkten rechnen Akteure nun mit einer deutlich gesunkenen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank bei ihrer anstehenden Sitzung im Oktober. Gleichzeitig bauten Investoren ihre Bestände in börsengehandelten Fonds moderat aus, was dem Terminmarkt zusätzliche Liquidität zuführte.
Chartbild hellt sich kurzfristig auf
Zuvor stand das Edelmetall unter anhaltendem Verkaufsdruck. Am Donnerstag war der Frontmonat-Kontrakt noch mit 59,43 USD aus dem Handel gegangen. Seit Jahresanfang verzeichnet Silber damit ein Minus von 16 Prozent.
Der kräftige Rebound zum Wochenschluss bildete im Tageschart jedoch ein bullisches Engulfing-Muster aus. Diese Umkehrformation könnte den Weg für einen weiteren Test der technischen Widerstände ebnen.
Gelingt es den Käufern, den Kurs nachhaltig über der Marke von 61 US-Dollar zu etablieren, rückt aus Sicht technischer Analysten die Zone um 64 bis 65 US-Dollar in den Fokus. Nach unten bietet das jüngste Zwischentief vom Donnerstag eine erste Unterstützung, gefolgt von der August-Marke bei 56,57 US-Dollar.
Analysten uneins über fundamentale Perspektiven
Auf fundamentaler Ebene gehen die Einschätzungen der großen Handelshäuser derweil auseinander. Das Institut JPMorgan stellt für den weiteren Prognosezeitraum einen durchschnittlichen Silberpreis von 60 bis 65 US-Dollar je Feinunze in Aussicht. Die Bank erwartet damit eine weitgehend stabile Seitwärtsbewegung um das gegenwärtige Kursniveau.
Deutlich skeptischer äußert sich Daniel Ghali, Metallchef der Deutschen Bank. Er warnt vor einer nachlassenden Industrienachfrage. Insbesondere der chinesische Photovoltaiksektor verzeichnete im laufenden Jahr einen Rückgang des Silberverbrauchs um rund ein Drittel gegenüber 2025. Für das Jahr 2027 prognostiziert die Deutsche Bank deshalb einen physischen Angebotsüberschuss, nachdem vor gut einer Woche noch ein Angebotsdefizit am Silbermarkt die Preisdebatte bestimmt hatte.
Ob die jüngste Preiserholung Bestand hat, hängt daher vor allem davon ab, ob die Zinsentspannung die industriellen Bremsspuren mittelfristig ausgleichen kann.
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