Singapore, Telecommunications

Singapore Telecommunications Aktie: 21 Prozent mehr operatives Ergebnis

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Singtel steigert Umsatz und operatives Ergebnis im ersten Quartal deutlich, während der Nettogewinn durch entfallene Sondereffekte stark sinkt.

Singtel Q1: Operatives Wachstum trotz Gewinneinbruch durch Sondereffekte
Abstrakte Darstellung moderner Glasfaser-Netzwerkinfrastruktur mit leuchtenden Datenleitungen in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der singapurische Telekommunikationsriese Singapore Telecommunications hat seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Während die operativen Kennzahlen eine deutliche Verbesserung zeigen, ist der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum optisch massiv eingebrochen.

Grund dafür sind vor allem hohe Sondereffekte, die das Ergebnis des vergangenen Jahres verzerrt hatten. Anleger reagierten dennoch positiv auf die fundamentale Entwicklung des Kerngeschäfts.

Operative Stärke trotz sinkendem Nettogewinn

Im ersten Quartal, das im Juni endete, konnte Singtel seinen Umsatz um 4,9 Prozent auf 3,558 Milliarden Singapur-Dollar steigern. Besonders positiv entwickelte sich das operative Ergebnis, das um 21 Prozent auf 831 Millionen Singapur-Dollar zulegte. Diese Steigerung verdeutlicht, dass das Unternehmen in seinem Kerngeschäft deutlich effizienter arbeitet und von einer steigenden Nachfrage profitiert.

Dem gegenüber steht ein Nettogewinn von 818 Millionen Singapur-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von 71,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als noch ein Gewinn von 2,882 Milliarden Singapur-Dollar verbucht wurde. Medienberichten zufolge resultiert dieser starke Kontrast aus einmaligen Gewinnen im Vorjahr, die nun weggefallen sind. Ohne diese Sondereffekte zeigt die Geschäftsentwicklung einen stabilen Aufwärtstrend.

Wachstumstreiber waren insbesondere die Bereiche Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen baut seine Kapazitäten in diesen Sektoren konsequent aus, um von der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung und digitaler Infrastruktur in Asien zu profitieren.

Auch die allgemeine wirtschaftliche Erholung in Singapur stützt das Geschäft. Das Handels- und Industrieministerium (MTI) hat erst kürzlich die Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt des Stadtstaates auf 4,5 bis 5,5 Prozent angehoben.

Analysten sehen deutliche Unterbewertung

Die Analysten von JPMorgan äußerten sich optimistisch zum Standort Singapur und hoben das Kursziel für den Leitindex STI in einem Bullenszenario auf 7.000 Punkte an. Davon dürfte auch Singtel als einer der gewichtigsten Werte im Index profitieren.

Eine Analyse von Simply Wall St deutet zudem auf eine fundamentale Unterbewertung der Aktie hin. Basierend auf einem Discounted-Cashflow-Modell beziffern die Experten den fairen Wert auf 9,48 Singapur-Dollar, was eine potenzielle Unterbewertung von etwa 53 Prozent implizieren würde.

Trotz der gemischten Zahlen beim Nettogewinn betrachten Marktbeobachter die operative Marge als gesund. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt derzeit bei etwa 20,5x, womit das Unternehmen über dem Durchschnitt der regionalen Wettbewerber in Asien notiert, die auf einen Schnitt von etwa 17x kommen.

Technischer Stand am Aktienmarkt

Am gestrigen Montag schloss das Papier im deutschen Handel bei 2,98 Euro, was einem leichten Plus von 0,6 Prozent entspricht. Damit notiert die Aktie aktuell etwa 1,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 3,02 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 49,7, was auf eine neutrale Marktsituation ohne unmittelbare Überkaufung oder Überverkaufung hindeutet.

Zusätzliche Konkurrenz erwächst dem Unternehmen auf dem Heimatmarkt durch den Wettbewerber Tuas, der im ersten Halbjahr ein massives Nutzerwachstum verzeichnete. Dennoch bleibt Singtel durch seine breite Aufstellung und die Expansion in KI-Infrastruktur gut positioniert.

Auch Kooperationen mit internationalen Größen wie China Mobile im Cloud-Sektor unterstreichen die Ambitionen, über das klassische Mobilfunkgeschäft hinaus zu wachsen. Anleger werden in den kommenden Monaten vor allem darauf achten, wie schnell sich die Investitionen in die neuen Geschäftsfelder in steigenden Cashflows niederschlagen.

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