Smi Aktie: Schwergewichte retten den Tag
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steigende Ölpreise, nervöse Anleihemärkte und eine ungeklärte Lage im Nahen Osten – eigentlich ideale Zutaten für einen roten Handelstag. Der SMI schloss trotzdem knapp im Plus. Der Grund: seine defensiven Schwergewichte hielten dagegen, während der breite Markt in der Schweiz tatsächlich nachgab.
Der Leitindex gewann am Dienstag 0,13 Prozent auf 14.320,90 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 14.251,01 Punkte gefallen war. Erst in der Schlussstunde drehte selektives Kaufen die Bilanz ins Plus. Am Vormittag hatte der Index noch mit einem Minus von 0,28 Prozent auf 14.262,74 Punkte gehandelt – ein Beleg dafür, wie sehr sich die Stimmung im Tagesverlauf drehte.
Öl und Zinsen als Belastung
Auslöser der Nervosität war ein gemeldeter Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Das nach 60 Tagen ausgelaufene Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran sorgt zusätzlich für Unsicherheit – US-Präsident Donald Trump zeigte sich an einer Verlängerung nicht interessiert und drohte Oman mit einem Angriff, sollte das Land einer Lösung mit Iran im Weg stehen. Iran wiederum kündigte eine "voll offensive" militärische Haltung an.
Die Folge: steigende Ölpreise, wachsende Inflationssorgen und höhere Anleiherenditen – eine Kombination, die Aktienmärkte europaweit belastete. Der EuroStoxx 50 verlor 0,95 Prozent, während besonders Halbleiterwerte wie Infineon, Siemens Energy und ASML kräftig nachgaben. Der Sektor reagiert empfindlich auf Zinsbewegungen, da viele KI-getriebene Kapazitätsausweitungen fremdfinanziert sind.
Pharma trägt, Industrie bremst
Im SMI selbst zeigte sich ein klares Muster: Gesundheitswerte stützten, zyklische Titel litten. Alcon legte rund 2,5 Prozent zu, Sonova und Novartis gewannen jeweils etwa 1,8 Prozent, Roche stieg um 1,35 Prozent. Auch Swiss Re, Nestlé, Richemont, Swisscom, Zurich Insurance und Galderma verzeichneten moderate Zugewinne.
Auf der Verliererseite dominierten Industrie- und Technologiewerte. VAT Group verlor 4,6 Prozent, während Amrize, ABB, Logitech, Holcim, Sika und Sandoz zwischen 2 und 3 Prozent einbüßten. Auch Kühne+Nagel, Geberit, UBS, Schindler, SGS, Partners Group, Straumann und Julius Baer schlossen spürbar schwächer.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte zuletzt auf rund 5,33 Prozent – den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Sollte sich die Lage in der Straße von Hormus weiter zuspitzen, dürfte die Umschichtung in defensive Werte anhalten, während zyklische und technologielastige Titel unter Druck bleiben.
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