Solana: Ausbruch ohne ETF-Geld
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Solana hat die Marke von 75 Dollar zurückerobert und damit einen fallenden Kanal durchbrochen, der den Kurs seit Anfang Juli gedeckelt hatte. Bemerkenswert ist dabei, wer bei diesem Ausbruch fehlt: die Spot-ETFs auf SOL verzeichneten zuletzt einen Nettozufluss von null Dollar. Institutionelles Kapital hält sich zurück, während der Kurs allein weiterläuft.
Der Ausbruch kommt ohne institutionelle Bestätigung
SOL notiert aktuell bei rund 75,80 Dollar, das 24-Stunden-Handelsvolumen lag bei 5,23 Milliarden Dollar, das offene Interesse bei 4,57 Milliarden Dollar. Von knapp 4 Millionen Dollar an Liquidationen entfiel der Großteil auf Short-Positionen — Wetten gegen den Kurs wurden also reihenweise ausgeknockt. Die ETF-Zuflüsse erzählen eine andere Geschichte: An mehreren Tagen zuvor floss netto nichts hinzu, an einem Tag sogar fast 860.000 Dollar ab.
Auf der technischen Seite tut sich unterdessen mehr. Im Testnetz sank die Blockzeit bereits von 400 auf 350 Millisekunden, ein erster Schritt Richtung 200 Millisekunden. In der Woche ab dem 17. August folgt das Update Agave 4.2, das die Speicherkosten für Konten um rund 90 Prozent senken soll. Nach oben warten Widerstände bei 78, 82 und 88 Dollar, nach unten wäre die Marke von 71 Dollar die nächste Haltelinie.
Governance-Abstimmung könnte Burn-Rate vervielfachen
Parallel läuft im Netzwerk eine Abstimmung mit weitreichenden Folgen für das Angebot. Der Vorschlag SGP-0003 bündelt zwei Änderungen: Ein ressourcenbasiertes Gebührenmodell soll die täglich verbrannten SOL von derzeit rund 650 auf bis zu 9.000 anheben. Gleichzeitig soll sich die jährliche Disinflation verdoppeln, sodass die Zielinflation von 1,5 Prozent bereits 2029 statt 2032 erreicht wird.
Die nötige Zustimmungsschwelle von 15 Prozent der gestakten Token ist bereits erreicht. Hinter dem Paket stehen 73 Validatoren, darunter Helius, Jupiter, Drift und OtterSec, zudem Mitgründer Anatoly Yakovenko persönlich. Kleinere Validatoren äußern dagegen Sorgen um ihre wirtschaftliche Grundlage, da höhere Burns ihre Einnahmen aus Gebühren schmälern könnten.
Die Diskussionsphase zur Abstimmung endet am 22. August um 15:13 Uhr UTC. Bis dahin entscheidet sich, ob Solana sein Angebot künftig deutlich aggressiver verknappt — und ob das ausreicht, um auch das bislang zögerliche institutionelle Kapital zurück in die ETFs zu holen.
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