SpaceX Aktie: 18,4 Milliarden Investitionen im Q2
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktien im Wert von rund 116 Milliarden Dollar wurden am heutigen Donnerstag für den öffentlichen Handel freigegeben – eine Lockup-Frist nach dem Börsengang von SpaceX ist ausgelaufen. Rund 911,5 Millionen Aktien, etwa acht Prozent der Marktkapitalisierung, können damit erstmals seit dem Debüt frei gehandelt werden, wie Business Insider berichtete. Das Timing ist heikel: Erst am Vortag war die Aktie um 14 Prozent eingebrochen, ausgelöst durch die massiven Ausgaben des Unternehmens für Künstliche Intelligenz.
An der Frankfurter Notierung zeigt sich das Papier heute trotzdem erholt. Der Kurs steht bei 96,06 Euro und legt im Tagesverlauf um 2,78 Prozent zu. Auf Monatssicht bleibt die Bilanz mit einem Minus von 26,66 Prozent jedoch deutlich negativ – die Aktie hat sich vom jüngsten Rücksetzer noch nicht befreit.
Analysten uneins nach dem ersten Quartalsbericht als Börsenunternehmen
Die Reaktionen der Analysten auf die frisch vorgelegten Zahlen fallen gespalten aus. JPMorgan hob das Kursziel am heutigen Donnerstag von 225 auf 240 Dollar an und begründet dies mit der „extremen vertikalen Integration“ von SpaceX sowie einer erwarteten KI-Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar bis 2027. Bank of America bekräftigte am selben Tag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 235 Dollar, nachdem das Unternehmen seinen ersten Quartalsbericht als börsennotierte Gesellschaft veröffentlicht hatte.
Gegenläufig positionierte sich Wells Fargo bereits am Mittwoch: Das Haus senkte sein Kursziel von 230 auf 215 Dollar und verwies zur Begründung auf die sechsfach gestiegenen Investitionsausgaben des Konzerns. Diese Skepsis trifft einen wunden Punkt – die Kapitalintensität des SpaceX-Wachstumskurses beschäftigt derzeit den gesamten Markt.
Die Zahlen selbst liefern Zündstoff für beide Lager. Im zweiten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Das Connectivity-Geschäft rund um Starlink trug 4,3 Milliarden Dollar bei und zählt inzwischen zwölf Millionen aktive Abonnenten. Die Investitionsausgaben schnellten im gleichen Zeitraum auf 18,4 Milliarden Dollar – im Vorjahresquartal waren es noch 2,8 Milliarden Dollar, wie Bloomberg berichtete. Getrieben wird dieser Sprung von den Ausbauplänen für KI-Infrastruktur und der Starship-Entwicklung.
Zusätzlichen Schub in Richtung KI erhält das Unternehmen durch eine Übernahme: SpaceX vereinbarte den Kauf des KI-Start-ups Cursor für 60 Milliarden Dollar, um seine Fähigkeiten im Bereich Unternehmens-KI auszubauen. Die Kombination aus Rekordumsatz, explodierenden Ausgaben und einer milliardenschweren Zukäufe ist der Kern der Debatte, die sich derzeit zwischen den Analystenhäusern entzündet.
Starship-Fortschritt und wachsende Konkurrenz im Militärgeschäft
Operativ bleibt SpaceX auf Kurs. Firmenchef Elon Musk bestätigte, dass der nächste Starship-Testflug für Ende August geplant ist – erstmals soll dabei eine Nutzlast in den Orbit gebracht und ein „Catch“-Versuch der Oberstufe am Startturm unternommen werden. Der vorherige Testflug Ende Juli endete mit einer sanften Wasserung der Oberstufe im Indischen Ozean; Musk erklärte im Anschluss, das Hitzeschild-Problem sei gelöst. Am Mittwoch startete zudem eine Falcon-9-Rakete mit der Mission BlueBird 11-13 für AST SpaceMobile von Cape Canaveral, wobei die erste Stufe ihre 30. erfolgreiche Landung absolvierte.
Eine kuriose Randnotiz kommt aus Südkorea: Das Korea Aerospace Research Institute bestätigte, dass sein Mondorbiter Danuri den Einschlag einer Falcon-9-Oberstufe nahe dem Einstein-Krater am Mittwoch fotografisch dokumentiert hat.
Nicht nur positive Nachrichten prägen den Tag. Die US Space Force vergab Aufträge über 615 Millionen Dollar an Rocket Lab, Systems Technology Research und einen nicht genannten dritten Anbieter für Satelliten zur Luftraumüberwachung – ausdrücklich mit dem Ziel, die Abhängigkeit von SpaceX zu verringern. Für Anleger ist das ein Signal: Selbst im Kerngeschäft der Raumfahrt sucht die Regierung nach Alternativen zum Marktführer, während SpaceX parallel Milliarden in sein KI-Wachstum steckt.
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