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SpaceX Aktie: Zwei Falcon 9 in 38,5 Minuten

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 07:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX meldet Rekord bei Raketenstarts, starke Quartalszahlen und massive Investitionen in KI-Rechenzentren. Die Aktie gibt dennoch nach.

SpaceX-Aktie: Rekordstart-Rekord und Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur
Zwei Raketentriebwerke im Weltraum mit intensiver Beleuchtung und futuristischer Ästhetik Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

SpaceX hat am 15. August zwei Falcon-9-Raketen binnen nur 38,5 Minuten ins All geschickt – ein neuer Bestwert für das Unternehmen. Die erste Mission brachte acht Satelliten für Globalstar von Cape Canaveral aus in eine niedrige Erdumlaufbahn, die zweite startete von der Vandenberg Space Force Base aus mit der klassifizierten Nutzlast USSF-366 für die US Space Force. Damit stieg die Zahl der Falcon-9-Missionen im laufenden Jahr auf 96. Nur wenige Tage zuvor, am 11. August, hatte SpaceX bereits zwei weitere Starlink-Missionen durchgeführt.

An der operativen Schlagzahl mangelt es dem Unternehmen also nicht. Dennoch gab die Aktie zuletzt nach: Am Dienstag schloss sie bei 124,22 Euro, ein Minus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auch auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,8 Prozent zu Buche.

Über 30 Tage hinweg zeigt sich das Bild dagegen deutlich freundlicher: Hier legte der Kurs um 18 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, ist das Papier derzeit 36 Prozent entfernt.

Starke Zahlen treffen auf hohe Investitionslast

Der Kursrücksetzer der vergangenen Tage fällt in eine Phase, in der SpaceX operativ eigentlich überzeugt. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,81 Milliarden Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 6,93 Milliarden Dollar deutlich.

Der Umsatz wuchs damit um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,1 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust je Aktie fiel mit 9 Cent zudem deutlich geringer aus als die von Analysten erwartete Verlustquote von 26 Cent.

Finanzchef Bret Johnsen erklärte, SpaceX befinde sich auf Kurs, bis zum Jahresende eine annualisierte wiederkehrende Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar zu erreichen. Zusätzlich habe das Unternehmen Cloud-Service-Umsätze von 6,7 Milliarden Dollar über einen sechsmonatigen Zeitraum ab Oktober vertraglich gesichert.

Gegenüber steht eine massiv gestiegene Investitionslast. Im zweiten Quartal beliefen sich die Investitionsausgaben auf 18,4 Milliarden Dollar, davon 15,8 Milliarden Dollar allein für das KI-Segment. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt das 73,5 Milliarden Dollar – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 48,7 Milliarden Dollar.

KI-Ausbau mit Nvidia und neue Chipfabrik in Texas

Firmenchef Elon Musk kündigte an, SpaceX werde seine KI-Rechenzentren ausschließlich mit Nvidia-Chips ausstatten. Bis Ende 2026 soll eine Rechenleistung von über zwei Gigawatt erreicht werden, bis Ende 2027 rund zehn Gigawatt. Parallel dazu gaben SpaceX und Nvidia eine Partnerschaft für einen satellitengestützten KI-Rechen-Payload namens "Starmind AI1" bekannt, der mit Nvidias Rubin-GPUs und Vera-CPUs ausgestattet werden soll.

Ergänzend dazu kündigten Tesla und SpaceX den Bau einer Chipfabrik namens Terafab in Grimes County, Texas, an – mit einer Anfangsinvestition von 16,8 Milliarden Dollar. Die Anlage soll mehr als 100 Millionen Quadratfuß Fertigungsfläche umfassen und mindestens 3.000 Arbeitsplätze in den Landkreisen Grimes und Brazos schaffen.

Der Analyst von Argus hatte SpaceX Anfang August auf "Buy" hochgestuft und ein Kursziel von 160 Dollar genannt. Als Begründung verwies er auf eine erwartete rasche Amortisation der KI-Infrastrukturausgaben, trotz der höher als erwartet ausgefallenen Investitionssumme.

Für den Kursrückgang der vergangenen Tage dürfte auch das Auslaufen einer ersten Aktiensperrfrist Anfang August mitverantwortlich sein: Damals wurden rund 911,5 Millionen Aktien im Wert von knapp 123 Milliarden Dollar handelbar – mehr als der bisher frei verfügbare Streubesitz. Diese Ausweitung des Angebots dürfte den Kurs zusätzlich belastet haben, während die operative Dynamik des Unternehmens ungebrochen bleibt.

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