SQM Aktie: Hochstufung trotz gesenkter Gewinnprognose
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deJPMorgan hat SQM gestern von âNeutralâ auf âOverweightâ hochgestuft, obwohl die Bank ihre Gewinnerwartungen deutlich zurĂŒcknimmt. Ausschlaggebend ist die Bewertung: Aus Sicht der Analysten berĂŒcksichtigt der Aktienkurs bereits schwache Lithiumpreise. Das Kursziel sinkt zugleich von 88 auf 71 US-Dollar. FĂŒr Anleger spricht damit die eingepreiste Skepsis fĂŒr SQM, sofern sich der Lithiummarkt wie von JPMorgan erwartet verknappt.
Kaufargument trotz niedrigerer Prognosen
Die Bank senkt ihre Lithiumpreisannahmen um 38 %. Entsprechend vorsichtiger fallen die Erwartungen an das operative Ergebnis aus. FĂŒr 2026 veranschlagt JPMorgan das EBITDA nun auf 4,0 statt zuvor 4,6 Milliarden US-Dollar.
Die Hochstufung beruht somit auf einem Bewertungsargument unter konservativeren Annahmen. Das spricht fĂŒr die Aktie, solange der Markt bereits mehr Preisdruck einrechnet, als die Analysten fĂŒr wahrscheinlich halten. Umgekehrt bleibt die Ergebnisentwicklung ein Risiko, falls sich die Lithiumpreise schwĂ€cher entwickeln als unterstellt.
FĂŒr 2027 fĂ€llt die Korrektur besonders deutlich aus: Die EBITDA-SchĂ€tzung sinkt von 5,9 auf 3,3 Milliarden US-Dollar.
Damit liegt JPMorgan nach eigener EinschĂ€tzung 16 % unter dem Analystenkonsens. Die positive Anlageempfehlung verbindet sich also mit einer vergleichsweise vorsichtigen Gewinnprognose. Gegen SQM spricht das Risiko weiterer Erwartungskorrekturen, sofern andere Analysten ihre SchĂ€tzungen ebenfalls zurĂŒcknehmen mĂŒssen.
Lithiumknappheit als entscheidende Bedingung
JPMorgan erwartet fĂŒr 2026 und 2027 globale Angebotsdefizite bei Lithium. In diesem Szenario könnte der Preis bis Ende des kommenden Jahres auf 17.000 US-Dollar je Tonne steigen.
Die erwartete Verknappung ist der zentrale Hebel der positiven EinschĂ€tzung. FĂŒr SQM wĂ€re sie vorteilhaft, sofern daraus tatsĂ€chlich höhere Lithiumpreise entstehen. Die Bank stellt ihre Kaufempfehlung damit auf eine Markterholung ab, deren Eintritt fĂŒr die Bewertung entscheidend bleibt.
Nach Berechnung von JPMorgan impliziert der SQM-Kurs dagegen einen Lithiumpreis von etwa 11.000 US-Dollar je Tonne. Dieser Wert liegt nach EinschÀtzung der Bank rund 10 % unter dem damaligen Spotpreis.
Auch im Branchenvergleich sieht JPMorgan einen Bewertungsabschlag und bevorzugt SQM gegenĂŒber Sigma Lithium. Dieser Abschlag spricht fĂŒr SQM, sofern die Ergebnisentwicklung die zugrunde gelegten Erwartungen erfĂŒllt.
Investitionen verlangen langfristige ErtrÀge
Neben dem Lithiumpreis prĂ€gen die geplanten Investitionen die Bewertung. FĂŒr Salar Futuro sind Medienberichten zufolge rund 3 Milliarden US-Dollar ĂŒber sieben Jahre vorgesehen. Die erwarteten Umweltgenehmigungen liegen zeitlich um 2029â2030.
Das Projekt könnte die KapazitĂ€t erhöhen und die Umweltbelastung senken. FĂŒr AktionĂ€re spricht dieser Ausbau, sofern SQM die Genehmigungen erhĂ€lt und die mehrjĂ€hrigen Investitionen rentable zusĂ€tzliche Produktion ermöglichen. Gegen eine vorschnelle Neubewertung sprechen die lange Umsetzung und die AbhĂ€ngigkeit der ErtrĂ€ge vom Lithiumpreis.
Die Aktie schloss am Freitag mit einem Tagesplus von 2,0 %. Die freundlichere Kursentwicklung passt zur Hochstufung; das fundamentale Kaufargument trÀgt jedoch erst dann dauerhaft, wenn sich die erwartete Marktverknappung in Preisen und ErtrÀgen niederschlÀgt. Genau daran entscheidet sich, ob die heutige Bewertung eine Chance bietet oder die schwÀcheren Gewinnaussichten angemessen widerspiegelt.
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