SQM Aktie: Lithium-Preise drehen kräftig
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SQM hat für das zweite Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Erwartungen übertreffen. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,31 Dollar und lag damit rund 21 Prozent über den Analystenschätzungen von 1,91 Dollar. Der Umsatz erreichte 2,47 Milliarden Dollar — fast 13 Prozent mehr als erwartet und 137 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Aktie reagierte mit einem Plus von knapp 3 Prozent auf rund 76,62 Dollar. Auf Jahressicht steht damit ein Kursgewinn von deutlich über 60 Prozent zu Buche, wobei die Aktie in den vergangenen drei Monaten auch schon deutlich schwächer notierte.
Preisrallye trägt das Quartal
Der Treiber hinter dem Sprung ist eindeutig: Lithium. Die Sparte steuerte satte 71 Prozent zum operativen Gewinn der vergangenen zwölf Monate bei. Die Absatzmengen legten um 59 Prozent zu, die Durchschnittspreise sogar um 152 Prozent — eine Kombination, die den Bruttogewinn im Jahresvergleich um über 400 Prozent nach oben trieb.
Konkret zeigt sich die Erholung in den Zahlen aus Chile und Australien. Die Novandino-Sparte in Chile verkaufte 75.800 Tonnen zu einem Durchschnittspreis von 21,80 Dollar je Kilogramm, verglichen mit 8,50 Dollar im Vorjahresquartal. Bei der australischen Spodumene-Konzentrat-Produktion stiegen die Preise von rund 736 bis 784 Dollar je Tonne auf 2.048 Dollar — mehr als eine Verdreifachung binnen eines Jahres.
Das Management rechnet für 2026 mit einer weltweiten Lithiumnachfrage von über 2,1 Millionen Tonnen und einem angespannten Angebots-Nachfrage-Verhältnis über weite Teile des Jahres. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern stabile Volumina und Preise nahe dem Durchschnitt der ersten Jahreshälfte.
Iod und Pflanzennährstoffe liefern solide mit
Neben Lithium lief auch das übrige Portfolio rund. Das Iodgeschäft, mit einem Marktanteil von rund 37 Prozent global führend, verzeichnete Rekordpreise von 73,40 Dollar je Kilogramm bei einem Volumenwachstum von 9 Prozent. Die Sparte für spezielle Pflanzennährstoffe wuchs um 14 Prozent bei Volumina und 8 Prozent bei Preisen, begünstigt auch durch Lieferengpässe konkurrierender Anbieter im Nahen Osten.
Große Projekte, große Summen
Für die kommenden Jahre plant SQM Investitionen von rund 3 Milliarden Dollar zwischen 2026 und 2028. Im Zentrum steht der Ausbau von Mt Holland in Australien gemeinsam mit Partner Wesfarmers, der die Spodumene-Kapazität bis 2030 auf 350.000 Tonnen pro Jahr verdoppeln soll.
Parallel dazu hat das Gemeinschaftsunternehmen mit Codelco im Juli Unterlagen für das Projekt Salar Futuro eingereicht, das über sieben Jahre ebenfalls rund 3 Milliarden Dollar verschlingen soll und laut Unternehmensangaben nicht nur die Kapazität, sondern auch die eingesetzte Technologie im Salar de Atacama verändern soll.
Beide Großprojekte hängen jedoch noch von behördlichen Genehmigungen ab, insbesondere in Chile. Bis dahin bleibt SQM auch fiskalisch ein Schwergewicht im Land: Allein im ersten Halbjahr 2026 flossen mehr als 1,6 Milliarden Dollar an Zahlungen an den chilenischen Staat.
Die eigentliche Bewährungsprobe liegt aber noch vor dem Unternehmen. Erste Produktionsbeiträge aus Mt Holland und Salar Futuro werden erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet — bis dahin muss SQM zeigen, dass sich die aktuelle Preisdynamik bei Lithium nicht als kurzes Zwischenhoch entpuppt.
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