Wie KI die (Medien)welt verÀndert
08.11.2023 - 11:45:00KI-Anwendungen halten immer stĂ€rker Einzug in unser tĂ€gliches Leben. Sie können Menschen bei RoutinetĂ€tigkeiten entlasten oder sie in ihrer KreativitĂ€t unterstĂŒtzen â bergen aber auch Risiken: TĂ€uschend echt aussehende Bilder werden mit wenigen Handgriffen generiert, Texte automatisiert erstellt und von Bots auf Social Media verbreitet. Die Auswirkungen von KI auf die Medienwelt standen kĂŒrzlich im Fokus des vierten i2s Future Lab, zu dem das Institute for Innovation Systems (i2s) und das Center for Artificial Intelligence der Fachhochschule St. Pölten einluden.
Kernaufgabe: Filterung von Falschinformationen
"Ein verantwortungsvoller Umgang mit Informationen wird immer wichtiger â nicht zuletzt fĂŒr Nachrichtenagenturen, deren Kernaufgabe seit jeher in der Filterung von Falschinformation und der Bewahrung von Faktentreue liegt. Doch selbst diese sehen sich durch neue Technologien und journalistische Praktiken vor neue Herausforderungen und Chancen gestellt", erklĂ€rt Tassilo Pellegrini, Co-Leiter des Institute for Innovation Systems der FH St. Pölten, der die Diskussion moderierte.
Nachrichtenagenturen der Zukunft
APA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Clemens Pig stellte sein kĂŒrzlich erschienenes Buch "Democracy Dies in Darkness" vor, in dem er sich mit der Zukunft der Nachrichten beschĂ€ftigt. Er skizzierte die Informationsgesellschaft von morgen und gewĂ€hrte Einblicke in seine Vision einer "European NewsTech Alliance", in der zuverlĂ€ssige Informationen in Form von "trusted content" den NĂ€hrstoff fĂŒr vertrauenswĂŒrdige KI-Anwendungen liefern.
"Und diese Vision nimmt bereits Gestalt an: Die elf unabhĂ€ngigen europĂ€ischen Nachrichtenagenturen spielen ihre Inhalte bereits jetzt in eine geschĂŒtzte, sichere Plattform und trainieren auf dieser KĂŒnstliche Intelligenz", so Pig.
VerdrÀngung des QualitÀtsjournalismus
Media-Governance-Experte Florian Saurwein von der UniversitĂ€t ZĂŒrich sieht vor allem in der Unterwanderung des QualitĂ€tsjournalismus durch Social Media, alternative DistributionskanĂ€le und fehlende QualitĂ€tssicherungsmaĂnahmen eine Gefahr. "Mit sinkenden HĂŒrden fĂŒr die Veröffentlichung von Information steigen auch Risiken durch die Verbreitung von Desinformation, Billigcontent und Skandalisierung. Mit dem QualitĂ€tsjournalismus steht gerade eine Institution unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck, die eigentlich ein Korrektiv sein sollte", so Saurwein.
Fact Checking gewinnt an Bedeutung
WĂ€hrend seit jeher die Aufgabe des Journalismus darin bestand, Behauptungen mehrfach auf ihren Wahrheits- und Faktengehalt zu ĂŒberprĂŒfen, so erhalten diese Methoden unter den aktuellen Bedingungen noch gröĂere Bedeutung. Doch die Technologie kann hier nur bedingt entlasten, zumal Faktentreue trotz Digitalisierung nach wie vor stark manuell geprĂ€gt ist. "Krisen und Unsicherheiten, die beispielsweise mit dem Klimawandel einhergehen, bieten einen hervorragenden NĂ€hrboden fĂŒr Desinformationskampagnen. Es ist an der Zeit, dass MedienhĂ€user, die Wissenschaft und Regulierungsbehörden gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um mit dem rasanten Fortschreiten neuer Technologien bei der Produktion von Fake News mithalten zu können", so Valerie Schmid, Journalistin vom APA-Faktencheck.
Ăber das i2s Future Lab Das i2s Future Lab des Institute for Innovation Systems (i2s) der FH St. Pölten versteht sich als Netzwerk- und Diskussionsplattform fĂŒr Expert*innen und Opinion Leaders â an der Schnittstelle zwischen Ăkologisierung und Digitalisierung. i2s Future Lab (fhstp.ac.at) ( https://i2sfl.fhstp.ac.at/ )
(Ende)
Aussender: FH St. Pölten Ansprechpartner: Eva Schweighofer Tel.: +43 2742 313 228 360 E-Mail: [email protected] Website: www.fhstp.ac.at


