Stadler Rail Aktie: 39 Millionen Dollar aus Austin
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail hat am heutigen Mittwoch die neuen KISS-Doppelstockzüge für den City Airport Train (CAT) in Wien präsentiert. Diese Flottenmodernisierung markiert einen wichtigen Schritt für die Verbindung zwischen dem Wiener Stadtzentrum und dem Flughafen, während das Unternehmen gleichzeitig Fortschritte bei seinen internationalen Projekten für batteriebetriebene Züge und Wasserstoff-Technologien vermeldet.
Flottenmodernisierung für den City Airport Train
Die heute in Wien vorgestellten drei neuen KISS-Einheiten sollen ab Herbst 2027 den regulären Betrieb aufnehmen. Die vierteiligen Züge sind rund 133 Meter lang und bieten etwa 300 Sitzplätze.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sind sie speziell auf die Anforderungen der Flughafenstrecke zugeschnitten. Bei der Entwicklung der Fahrzeuge arbeitete Stadler Austria eng mit den Spezialisten aus dem Werk in St. Margrethen zusammen, wo die Züge auch gefertigt werden.
Die neuen Einheiten verfügen über eine gehobene Ausstattung mit breiten Sitzen, großzügigen Gepäckflächen sowie WLAN- und USB-Anschlüssen. Der Einsatz der neuen Flotte ist für die Zeit nach dem Abschluss umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen an der Wiener S-Bahn-Stammstrecke geplant. Bis dahin wird der CAT-Betrieb teilweise durch Busse ergänzt, da die Strecke aufgrund von Reparaturarbeiten nach einem Kabelbrand derzeit eingeschränkt ist.
Fortschritte bei Akkuzügen und internationale Aufträge
Parallel zur Präsentation in Österreich treibt Stadler die Produktion seiner nachhaltigen Antriebslösungen voran. Im ungarischen Szolnok wurden die ersten zwei Wagenkästen für insgesamt 14 FLIRT-Akkuzüge gefertigt.
Diese Fahrzeuge sind für den Einsatz im Netz Westmecklenburg vorgesehen und sollen ab Dezember 2027 von der ODEG betrieben werden. Durch den Einsatz der Batterietechnologie lassen sich auf Strecken ohne Oberleitung die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren.
Auch aus den USA und Polen gibt es Neuigkeiten zum Auftragsbestand. In Austin, Texas, wurde ein Vertrag über 39 Millionen US-Dollar für das Design und die Herstellung von Stadtbahnfahrzeugen geschlossen.
Dieses Projekt könnte für Stadler US Inc. ein Gesamtvolumen von bis zu 352,8 Millionen US-Dollar für 21 Fahrzeuge erreichen. Zudem unterzeichnete Stadler Polska einen Vertrag mit Koleje Mazowieckie über die Lieferung von sechs weiteren Flirt-Zügen im Wert von 205,8 Millionen PLN.
Ausblick auf die Weltleitmesse InnoTrans
Für den kommenden Monat kündigte das Unternehmen heute zudem seinen Auftritt auf der InnoTrans 2026 in Berlin an. Vom 22. bis 25. September wird Stadler sieben Fahrzeug-Innovationen präsentieren. Als technisches Highlight gilt die Weltpremiere eines Wasserstoffzuges, der für die italienische Meterspur in Regionen wie Sardinien und Kalabrien entwickelt wurde. Dieser Zug soll jährlich rund 2.100 Tonnen CO2 einsparen.
Ebenfalls im Fokus stehen eine neue Güterzuglokomotive für SBB Cargo, die den Energieverbrauch um 15 Prozent senken soll, sowie der KISS Railjet für die ÖBB. Letzterer durchläuft derzeit intensive Tests im Klima-Windkanal in Wien, um die Zuverlässigkeit bei extremen Temperaturen zwischen minus 20 und plus 40 Grad Celsius sicherzustellen.
An der Börse notiert die Aktie von Stadler Rail heute bei 24,92 Euro, was einem minimalen Rückgang von 0,08 Prozent entspricht. Trotz dieses verhaltenen Tagesgeschäfts weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 15 Prozent auf.
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich damit auf umgerechnet 2,58 Milliarden Euro. In den vergangenen Wochen war der Kurs leicht unter Druck geraten, nachdem vor rund zwei Wochen Meldungen über einen Großauftrag für Hybrid-Lokomotiven sowie der Start eines Spezialzuges die Aufmerksamkeit der Anleger bestimmt hatten.
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