Stadler Rail Aktie: SAR ruft Zugoption ab
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die saudi-arabische Staatsbahn Saudi Arabia Railways (SAR) hat eine Option zur Lieferung von zehn zusätzlichen Intercity-Zügen bei Stadler Rail eingelöst. Der Auftragswert für das Paket liegt bei über 300 Millionen Schweizer Franken. Durch den Abruf wächst die für das Wüstennetz vorgesehene Flotte auf insgesamt 20 Einheiten an, während gleichzeitig der bestehende Wartungsvertrag erweitert wird.
An den Finanzmärkten sorgte der erneute Großauftrag aus dem Nahen Osten für Rückenwind: Die Stadler-Rail-Aktie legte heute um 3,5 Prozent zu und notierte bei 32,66 Euro.
Wüstentaugliche Flotte für die Ost-West-Magistrale
Der Schritt geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2024 zurück, in der SAR mit den Schweizern einen Grundvertrag über rund 600 Millionen Franken geschlossen und sich entsprechende Bezugsoptionen gesichert hatte. Vorausgegangen war der jetzigen Festbestellung eine Finanzierungsvereinbarung der Bahngesellschaft, die Ende September im Rahmen der Branchenmesse InnoTrans in Berlin paraphiert worden war.
Die rund 175 Meter langen Garnituren bieten jeweils etwa 320 Passagieren Platz. Konstruktiv sind sie gezielt an die extremen klimatischen Bedingungen der Region angepasst: Die Fahrzeuge erhalten einen speziellen Sand- und Staubschutz, leistungsstarke Klimaanlagen sowie redundante Antriebe. Zum Einsatz kommen die Züge auf der saudi-arabischen Ost-West-Linie, die die Hauptstadt Riad über Hofuf und Abqaiq mit der Hafenstadt Dammam verbindet.
Fertigung in der Schweiz und Spanien
Die industrielle Umsetzung des Großprojekts ist arbeitsteilig aufgestellt. Die Züge werden überwiegend in den Schweizer Werken in Bussnang und St. Margrethen gebaut, während die Wagenkästen der Triebköpfe aus dem spanischen Stadler-Standort Valencia zugeliefert werden. Die Fertigung der ersten Serie aus der Ursprungsbestellung läuft bereits seit April 2026.
Der Bau der nun abgerufenen zehn Folgeeinheiten soll sich unmittelbar an diese Tranche anschließen. Für das Jahr 2028 plant der Schienenfahrzeughersteller, ein Exemplar des Wüstenzuges auf der Berliner InnoTrans vorzustellen. Der fahrplanmäßige Betrieb mit Passagieren auf der Strecke nach Dammam ist nach Unternehmensplanungen ab der zweiten Jahreshälfte 2029 vorgesehen.
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