Statkraft, Aktie

Statkraft Aktie: Hohe Preise, weniger Strom

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Nordic-Strompreise und positive Sondereffekte stĂ€rkten Statkrafts Ergebnis im dritten Quartal 2026 trotz rĂŒcklĂ€ufiger Erzeugung.
Moderne Turbinenhalle eines Wasserkraftwerks mit großen industriellen Maschinen und natĂŒrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Weniger Wasser, mehr Gewinn: Statkraft hat das dritte Quartal 2026 mit krĂ€ftig steigenden Ergebnissen abgeschlossen, obwohl die Stromerzeugung zurĂŒckging. Der Grund liegt vor allem an den Nordic-Strompreisen, die deutlich höher lagen als ein Jahr zuvor.

Preise schlagen Menge

Die Erzeugung sank um 7 Prozent auf 14,7 Terawattstunden. In Norwegen fiel sie um 13 Prozent, bedingt durch die angespannte Wasserlage. Außerhalb Norwegens legte sie leicht zu.

Das bereinigte EBITDA stieg auf 5,2 Milliarden norwegische Kronen, nach 3,1 Milliarden im Vorjahresquartal. Der Vorsteuergewinn kletterte von 0,9 auf 5,9 Milliarden Kronen. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 3,5 Milliarden Kronen, nach einem Verlust von 0,7 Milliarden.

Nicht alles davon stammt aus dem laufenden GeschĂ€ft. Positive WĂ€hrungseffekte und Wertaufholungen, vor allem beim chilenischen Wasserkraftprojekt Los Lagos, stĂŒtzten das Vorsteuerergebnis. Die effektive Steuerquote lag bei 40 Prozent.

Segmente und Bilanz

Die Nordics blieben der wichtigste ErgebnistrÀger. International profitierte von einer Einigung in einem Streit mit einem Lieferanten, im HandelsgeschÀft liefen Trading und Origination stark.

Europa fiel aus dem Rahmen. Höhere Erzeugung und niedrigere Kosten wurden durch negative Absicherungseffekte und Entwicklungskosten fĂŒr die Projektpipeline mehr als aufgezehrt.

Die Nettoverschuldung sank im Quartal um 2,2 Milliarden auf 37,0 Milliarden Kronen, trotz hoher Steuer- und Dividendenzahlungen. Die Kapitalrendite (ROACE) verbesserte sich auf 15,5 Prozent, nach 9,9 Prozent ein Jahr zuvor.

Beim Ausbau hat Statkraft Investitionsentscheidungen fĂŒr 765 Megawatt neue Erneuerbaren-KapazitĂ€t getroffen. Dazu zĂ€hlen im Quartal ein Solar- und ein Windprojekt in Großbritannien sowie ein Batteriespeicher in Spanien.

Langfristige LiefervertrÀge

Passend dazu meldet Statkraft einen neuen Zehnjahresvertrag mit dem Biochemie-Konzern Borregaard. Die Lieferungen beginnen am 1. November 2026 und laufen bis 2036, das Volumen betrÀgt 445 Gigawattstunden. Das deckt rund 5 Prozent von Borregaards Strombedarf.

In diesem Jahr hat Statkraft damit sieben langfristige IndustrievertrÀge in Norwegen abgeschlossen, mit zusammen knapp 28 Terawattstunden bis 2040. Konzernchefin Birgitte Ringstad Vartdal verweist auf die anhaltende Nachfrage nach planbaren Strompreisen. Sie fordert zugleich schnelleren Ausbau von Erzeugung und Netz: Norwegen habe seit 2021 nur 1 Gigawatt neu zugebaut, Schweden dagegen 10.

FĂŒr die kommenden Monate zeichnet der Konzern ein vorsichtiges Bild. Geopolitische Spannungen, darunter Störungen in der Straße von Hormus, und die knappe Wasserbilanz im Norden halten die MĂ€rkte volatil. Statkraft setzt weiter auf Kapitaldisziplin und konzentriert sich auf Projekte mit dem grĂ¶ĂŸten langfristigen Wertpotenzial.

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