Stellantis Aktie: AbsichtserklĂ€rung fĂŒr Brampton-Verkauf
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WĂ€hrend sich der Konkurrent General Motors mit der kanadischen Gewerkschaft Unifor auf einen neuen Dreijahresvertrag geeinigt hat, spitzt sich die Lage fĂŒr Stellantis in Nordamerika drastisch zu.
Der Automobilkonzern steht in Kanada als einziger der drei groĂen Detroiter Hersteller ohne Tarifabschluss da. Auslöser der verfahrenen Situation ist eine geplante Weichenstellung am Standort Brampton nordwestlich von Toronto, die nun auch die Politik auf den Plan ruft.
Streit um Werk Brampton und Fördermittel
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine AbsichtserklĂ€rung, die Stellantis mit dem kanadischen Panzerfahrzeug-Hersteller Roshel ĂŒber einen Verkauf der Montagehalle in Brampton unterzeichnet hat.
Das Werk steht seit Dezember 2023 still und war ursprĂŒnglich fĂŒr die Produktion des Modells Jeep Compass vorgesehen. Diese Fertigung verlagerte der Konzern jedoch nach Illinois, nachdem handelspolitische Belastungen durch US-Zölle auf kanadische Fahrzeuge zunahmen.
Die Arbeitnehmervertretung reagierte mit scharfer Kritik auf die VerkaufsplĂ€ne. Unifor-PrĂ€sidentin Lana Payne erklĂ€rte, der Konzern meine es vollkommen ernst mit dem RĂŒckzug aus dem traditionsreichen Werk. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Management gerieten daraufhin ins Stocken.
Gleichzeitig wĂ€chst der Druck durch die kanadische Regierung. Industrieministerin MĂ©lanie Joly forderte Stellantis unmissverstĂ€ndlich zur Einhaltung bestehender Zusagen auf. Sollte der Konzern die vertraglich vereinbarte Fahrzeugproduktion nicht fortfĂŒhren, drohen die Behörden mit einer RĂŒckforderung öffentlicher Gelder.
Eine im Jahr 2022 geschlossene Vereinbarung ĂŒber staatliche Mittel schlieĂt WerksschlieĂungen vor 2035 grundsĂ€tzlich aus. Insgesamt stehen im Raum, dass staatliche Hilfen von bis zu 710 Millionen kanadischen Dollar zurĂŒckgefordert werden könnten. Ein solcher Schritt wĂŒrde den finanziellen Erlös aus einem Verkauf an Roshel empfindlich mindern.
Gegenbewegung in Indien und Druck in Europa
WĂ€hrend die FertigungsplĂ€ne in Kanada vor dem Abbruch stehen, baut Stellantis seine PrĂ€senz in Asien aus. Der Konzern schloss die vollstĂ€ndige Ăbernahme der Anteile an Stellantis Automobiles India vom bisherigen Partner Hindustan Motor Finance Corporation ab. Durch das Ende des Joint Ventures hĂ€lt der Hersteller nun sĂ€mtliche Anteile an der FertigungsstĂ€tte in Thiruvallur im Bundesstaat Tamil Nadu.
Am indischen Standort rollen vier Modelle der Marke Citroën vom Band. Shailesh Hazela, Chef von Stellantis India, bezeichnete das Land als zentralen Pfeiler der regionalen Wachstumsstrategie.
Auf dem europĂ€ischen Heimatmarkt bleiben die Herausforderungen dagegen akut. Die AbhĂ€ngigkeit von einzelnen Modellreihen sorgt dort wiederholt fĂŒr Störungen im Ablauf.
ZurĂŒckhaltung am Markt
Die Summe der operativen Baustellen hinterlÀsst Spuren in den EinschÀtzungen der Analysten.
An der Börse ging die Aktie gestern mit einem Schlusskurs von 4,20 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang summieren sich die EinbuĂen des Papiers auf einen RĂŒckgang von 56 Prozent, womit der Titel die anhaltenden Restrukturierungsrisiken widerspiegelt.
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