Stellantis Aktie: Jeep-Verkäufe brechen um 20 Prozent ein
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 08:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gestern gerieten die Papiere von Stellantis spürbar unter Druck. Der Kurs gab um 6,5 Prozent nach und ging bei 3,90 Euro aus dem Handel.
Jeep-Verkäufe bremsen das US-Geschäft
Im dritten Quartal 2026 lieferte der Autokonzern in den Vereinigten Staaten 324.277 Fahrzeuge aus. Das Volumen verharrte damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, als 324.825 Einheiten registriert worden waren. Zwar legte die Marke Ram um 29 Prozent zu, allerdings wurde dieser Zuwachs durch deutliche Einbußen bei Jeep aufgefangen.
Die Verkäufe der traditionsreichen Geländewagenmarke sackten im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent ab. Über die ersten neun Monate des laufenden Jahres ergibt sich für den US-Markt ein leichtes Plus von 3 Prozent auf 958.463 ausgelieferte Fahrzeuge. Der jüngste Dämpfer bei den margenstarken Modellen weckt am Markt dennoch Sorgen vor einer nachlassenden Dynamik im wichtigen Nordamerika-Geschäft.
Die Marktreaktion fiel nach der Vorlage der Daten zunächst verhalten aus, bevor die Verkäufe einsetzten. Damit rückt der Kurs gefährlich nahe an das bisherige Jahrestief heran. Mit dem Schlusskurs vom Freitag trennen das Papier nur noch wenige Cent von seinem 52-Wochen-Tief bei 3,82 Euro.
Lieferengpässe und Produktionspausen in Frankreich
Zusätzlichen Druck verursachten Meldungen über anstehende Produktionsunterbrechungen in europäischen Werken. Stellantis kündigte vorübergehende Schließungen an mehreren französischen Standorten für Oktober an. In den Werken Sochaux und Rennes soll die Fertigung Ende Oktober für gut eine Woche ruhen. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem eine unzureichende Verfügbarkeit von reichweitenstarken Batterien für Elektrofahrzeuge.
Im Werk Mulhouse ist ebenfalls ein Produktionsstopp von Mitte bis Ende Oktober vorgesehen, der nach Unternehmensangaben nicht mit dem Batteriemangel zusammenhängt. Der Autobauer erklärte, die Fertigung an die Nachfrage anpassen zu wollen, um den Aufbau von Überbeständen zu verhindern.
Zurückhaltende Analysten und Ausblick
Auch von Analystenseite trübte sich das Bild bereits im Vorfeld ein. Das Analysehaus Berenberg stufte die Aktie am 21. September von Kaufen auf Halten ab. Für neue Impulse im Bereich der Ladeinfrastruktur soll unterdessen eine Personalie sorgen. Zum 1. Oktober übernahm Luca Parasacco die Leitung des operativen Geschäfts von Free2move eSolutions und Free2move Charge in der Region Enlarged Europe.
Neue Klarheit über die finanzielle Verfassung des Konzerns dürften die nächsten Wochen bringen. Stellantis wird die vollständigen Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 28. Oktober veröffentlichen.
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