Swedencare, Aktie

Swedencare Aktie: CEO Lagerberg tritt zurück

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 19:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem CEO-Rücktritt verliert die Swedencare-Aktie 7,0 Prozent. Das Unternehmen hält an seinen Jahreszielen und der Nachfolgersuche fest.

Swedencare-Aktie fällt nach Rücktritt von CEO Lagerberg deutlich
Abstrakte Darstellung eines modernen, minimalistischen Büros bei Dämmerung, das einen Führungswechsel symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Ankündigung eines Führungswechsels an der Spitze von Swedencare hat am heutigen Freitag für erhebliche Verkäufe an der Börse gesorgt. Håkan Lagerberg, der langjährige Chief Executive Officer des Spezialisten für Haustierpflegeprodukte, hat seinen Rücktritt erklärt.

Da die Nachricht in eine Phase bereits angespannter Marktstimmung fällt, reagierte der Kurs mit einem deutlichen Abschlag: Das Papier verlor heute 7,0 Prozent an Wert und notiert nun bei 1,93 Euro.

Überraschender Führungswechsel nach jahrelangem Wachstum

Wie das Unternehmen am heutigen Freitag mitteilte, hat Lagerberg sich dazu entschieden, sein Amt als CEO niederzulegen. Um einen geordneten Übergang in der Unternehmensführung zu gewährleisten, wurde eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten vereinbart. Der Aufsichtsrat von Swedencare hat bereits angekündigt, den Prozess zur Suche nach einem geeigneten Nachfolger zeitnah einzuleiten.

Lagerberg prägte das Unternehmen über ein Jahrzehnt lang maßgeblich. Unter seiner Leitung entwickelte sich Swedencare von einem Betrieb mit einem Umsatz von weniger als 20 Millionen Schwedischen Kronen (SEK) im Jahr 2014 zu einem internationalen Akteur, für den im Jahr 2025 ein Umsatz von rund 2,7 Milliarden SEK erwartet wird.

Trotz seines Rückzugs als operativer Leiter betonte Lagerberg sein anhaltendes Vertrauen in die Zukunft des Konzerns und kündigte an, dem Unternehmen weiterhin als engagierter Aktionär verbunden zu bleiben.

Operative Stabilität und Ausblick auf das dritte Quartal

Der personelle Paukenschlag trifft auf ein Unternehmen, das sich zuletzt operativ stabil zeigte, aber mit einem herausfordernden Marktumfeld kämpft. In den bereits im Juli veröffentlichten Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 wies Swedencare einen Umsatz von 670 Millionen SEK aus, was einem Zuwachs von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das organische Wachstum lag dabei sogar bei 7 Prozent, wurde jedoch durch negative Währungseffekte in Höhe von 3 Prozent teilweise geschmälert.

Besonders die Segmente Europa und die eigene Produktion erwiesen sich mit organischen Wachstumsraten von 19 beziehungsweise 25 Prozent als treibende Kräfte. Demgegenüber stand eine leichte Schwäche im nordamerikanischen Markt, wo der Umsatz organisch um 3 Prozent nachgab. Das operative EBITDA belief sich im zweiten Jahresviertel auf 129 Millionen SEK, was einer Marge von 19,3 Prozent entspricht.

Trotz des nun angekündigten CEO-Wechsels hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest und erwartet weiterhin ein zweistelliges organisches Wachstum bei einer Bruttomarge zwischen 58 und 59 Prozent.

Markt reagiert empfindlich auf personelle Ungewissheit

Die heutige Kursreaktion verdeutlicht die Nervosität der Anleger, die den Abgang des Architekten des bisherigen Wachstumskurses kritisch bewerten. Mit dem aktuellen Rücksetzer summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf 45 Prozent. Die Aktie nähert sich damit wieder ihrem jüngsten Jahrestief an, nachdem sie bereits das gesamte Jahr über unter Verkaufsdruck gestanden hatte.

In einer heute abgehaltenen Telefonkonferenz gab das Management kurz vor Beginn der sogenannten "Quiet Period" ein letztes Update zur aktuellen Lage. Ab sofort wird sich das Unternehmen bis zur Veröffentlichung des Berichts zum dritten Quartal am 21. Oktober 2026 nicht mehr offiziell zum Geschäftsverlauf äußern.

Investoren werden die kommenden Wochen nutzen, um die Auswirkungen des Führungswechsels auf die langfristige Strategie abzuwägen, während der Fokus der kommenden Monate vor allem auf der Suche nach einer neuen Besetzung für den Chefposten liegen dürfte.

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