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Swiss Re Aktie: SAS-Integration beschleunigt Entscheidungen um 95 Prozent

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Swiss Re integriert KI in Risikomodelle und beschleunigt Entscheidungen um bis zu 95 Prozent. Erdbeben in Venezuela verursacht MilliardenschÀden.
Abstrakte Darstellung von digitaler Datenintegration und beschleunigten Entscheidungsprozessen in einer modernen BĂŒroumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Schweizer RĂŒckversicherungskonzern Swiss Re treibt die Digitalisierung seiner Risikobewertung voran und setzt dabei verstĂ€rkt auf kĂŒnstliche Intelligenz, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen prĂ€ziser zu kalkulieren.

Im Fokus stehen dabei sogenannte SekundĂ€rgefahren wie Überschwemmungen, Hagel und WaldbrĂ€nde, die in den vergangenen Jahren massiv an Bedeutung gewonnen haben. Parallel dazu zeigen aktuelle Branchenberichte, dass die globale Schadensbilanz fĂŒr das erste Halbjahr 2026 trotz schwerer Einzelereignisse bei wetterbedingten SchĂ€den unter dem langjĂ€hrigen Durchschnitt liegt.

Technologische Kooperation fĂŒr prĂ€zisere Risikomodelle

Durch eine Kooperation mit dem Softwarehaus SAS integriert Swiss Re seine CatNet-Daten in den SAS Insurance Life Cycle Accelerator. Diese technologische Verbindung zielt darauf ab, Versicherern weltweit KI-gestĂŒtzte Entscheidungen in der RisikoprĂŒfung und Preisgestaltung zu ermöglichen.

Medienberichten zufolge verspricht die Integration erhebliche Effizienzsteigerungen: So wird eine Beschleunigung von Entscheidungsprozessen um bis zu 95 Prozent sowie eine Steigerung der Modellierungseffizienz um die HĂ€lfte erwartet.

Die Bedeutung dieser Daten fĂŒr die Versicherungsbranche ist immens. Im Jahr 2025 entfielen allein in den USA rund 99,9 Prozent der versicherten SchĂ€den auf SekundĂ€rgefahren. Durch die verbesserte Datenbasis sollen RĂŒckversicherer und Erstversicherer in die Lage versetzt werden, Portfolios schneller an sich verĂ€ndernde Umweltbedingungen anzupassen und rund 40 Prozent mehr RisikoprĂŒfungen in der gleichen Zeit durchzufĂŒhren.

Erdbeben in Venezuela prÀgt Schadensbilanz des ersten Halbjahres

WĂ€hrend die technologische AufrĂŒstung die Zukunft bestimmen soll, prĂ€gte ein massives Naturereignis die Statistik des laufenden Jahres. Das schwere Erdbeben in Venezuela am 24. Juni verursachte enorme wirtschaftliche SchĂ€den.

Berechnungen von Swiss Re und Gallagher Re beziffern die wirtschaftlichen GesamtschÀden auf rund 37 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Munich Re schÀtzt die SchÀden auf 30 Milliarden US-Dollar, wÀhrend Aon von einer Spanne zwischen 20 und 30 Milliarden US-Dollar ausgeht.

Trotz dieser hohen wirtschaftlichen Verluste blieb die Belastung fĂŒr die Versicherungswirtschaft mit weniger als einer Milliarde US-Dollar an versicherten SchĂ€den minimal.

Insgesamt verzeichnete die Branche in den ersten sechs Monaten des Jahres 13 Ereignisse, die jeweils die Marke von einer Milliarde US-Dollar an versicherten SchĂ€den ĂŒberschritten. Dennoch lagen die wetterbedingten SchĂ€den insgesamt unter dem Durchschnitt der Vorjahre, was die Bilanz der großen RĂŒckversicherer vorerst entlastet.

Effizienzgewinne durch Automatisierung und neue MobilitÀt

Neben Naturkatastrophen rĂŒcken neue Technologiefelder in den Fokus der Risikobewertung. Mit der GrĂŒndung einer Niederlassung des Robotaxi-Entwicklers Waymo in ZĂŒrich gewinnt eine Studie von Luigi Di Lillo von Swiss Re neue Relevanz.

Diese Untersuchung aus dem Jahr 2024 belegt, dass autonom fahrende Taxis SachschÀden um 88 Prozent und PersonenschÀden um 92 Prozent senken können. Obwohl die Datenbasis von 25 Millionen Meilen noch als klein gilt, deutet dies auf eine langfristige VerÀnderung der Risikostruktur in der Kfz-Versicherung hin.

An der Börse zeigt sich das Papier von Swiss Re heute gefestigt und notiert bei 147,90 Euro, was einem Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht. Damit kann die Aktie den Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das bei 166,95 Euro markiert wurde, leicht auf 11 Prozent verkĂŒrzen.

Das Unternehmen profitiert dabei auch von der allgemeinen Erwartung, dass KI-gestĂŒtzte ProduktivitĂ€tssprĂŒnge die operativen Margen der Branche stĂŒtzen werden, wĂ€hrend die Risiken durch neue Großinvestitionen, etwa im Bereich globaler Datenzentren, steigen.

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