Telecom Italia Aktie: 90-Prozent-Schwelle für Delisting nötig
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Weichen für Telecom Italia sind nach der Übernahmeinitiative von Poste Italiane neu gestellt, doch der Weg zu einem vollständigen Rückzug von der Börse bleibt anspruchsvoll.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 14. September berichtete, rechnet Poste-Italiane-CEO Matteo Del Fante nach dem wiedereröffneten Angebot mit einer komfortablen Kontrollmehrheit. Für ein angestrebtes Delisting sei jedoch das Erreichen einer Beteiligung von rund 90 Prozent des Kapitals notwendig.
Damit rückt die künftige Eigentümerstruktur in den Fokus der Anleger. Ein Börsenrückzug würde die Notierung des italienischen Unternehmens beenden und den Streubesitz auflösen. Wird die dafür erforderliche Beteiligungsschwelle verfehlt, bliebe Telecom Italia ungeachtet der veränderten Mehrheitsverhältnisse weiterhin am regulierten Markt gelistet.
Hohe Annahmequote in der ersten Phase
Zum Abschluss der Hauptphase des Angebots hatte sich der Bieter bereits eine beherrschende Position erarbeitet. Laut Medienberichten sicherte sich Poste Italiane bis zum 11. September einen Anteil von 66,6 Prozent des Aktienkapitals.
Dieser Zuwachs verändert die Machtbalance bei Telecom Italia grundlegend. Poste Italiane kann die strategische Ausrichtung nun maßgeblich bestimmen, während verbliebene Minderheitsaktionäre abwägen müssen, welche Handlungsspielräume ein weiterer Verbleib im Aktionariat eröffnet.
Konditionen und Andienungsergebnis
Der erreichten Quote war eine Nachbesserung der Offerte vorausgegangen. Am 8. September hob Poste Italiane die Barkomponente auf 1,97 Euro je Aktie an, während das Umtauschverhältnis von 0,218 neu ausgegebenen Poste-Aktien je TIM-Papier beibehalten wurde.
Die Anhebung des Baranteils zielte darauf ab, die Annahmebereitschaft der Investoren zu stärken und die Transaktion voranzutreiben. Die Resonanz der Aktionäre fiel in der Folge substanziell aus.
Wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht, entsprach dies einem Anteil von rund 46,523 Prozent des Grundkapitals. Für diese Papiere war die finanzielle Abwicklung für den vergangenen Freitag terminiert.
Mit diesem Zwischenergebnis hat die Übernahme eine entscheidende Schwelle genommen. Für den weiteren Fortgang kommt es nun darauf an, in welchem Umfang die verbliebenen Anteile in der zweiten Phase noch angedient werden.
Weiteres Zeitfenster für Minderheitsaktionäre
Für das verbliebene freie Aktionariat ist eine erneute Annahmefrist vom 21. September bis zum 25. September vorgesehen. Die Abwicklung der in diesem Zeitraum eingereichten Anteile ist für den 2. Oktober 2026 geplant.
Für unentschlossene Anleger bietet dieser Zeitraum die Möglichkeit, ihre Anteile zu den festgelegten Konditionen abzugeben, bevor die künftigen Machtverhältnisse endgültig fixiert sind.
An der Börse wird die Entwicklung derzeit ruhig aufgenommen. Das Papier von Telecom Italia notiert bei 7,77 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Wertzuwachs von 51 Prozent.
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