Tenax, Therapeutics

Tenax Therapeutics Aktie: Hauptziel verfehlt, Hoffnung bleibt

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 16:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tenax' Phase-3-Studie zu TNX-103 verfehlt primÀre Endpunkte, zeigt aber Nutzen bei schwer Erkrankten. FDA-GesprÀche sollen Zulassungsweg ebnen.

Tenax Therapeutics: Phase-3-Studie verfehlt Ziel, Subgruppen geben Hoffnung
Ein Wissenschaftler in einem Labor betrachtet ein medizinisches Teströhrchen vor einem verschwommenen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Phase-3-Studie LEVEL zu TNX-103, dem oralen Levosimendan von Tenax Therapeutics, hat ihr primĂ€res Ziel nicht erreicht. Der Test auf Verbesserung der Gehstrecke in sechs Minuten gegenĂŒber Placebo blieb ohne statistische Signifikanz, auch der sekundĂ€re Endpunkt zur Symptomlast nach dem KCCQ-Fragebogen wurde verpasst. FĂŒr Patienten mit pulmonaler Hypertonie infolge Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (PH-HFpEF) gibt es bislang keine zugelassene Therapie — genau das wollte Tenax Ă€ndern.

Ganz ohne Substanz ist das Ergebnis trotzdem nicht. In vordefinierten Subgruppenanalysen zeigte sich ein deutlicher Effekt bei Patienten mit stĂ€rkerer Krankheitslast. Wer zu Studienbeginn weniger als 333 Meter in sechs Minuten schaffte, verbesserte sich unter TNX-103 um 26,3 Meter gegenĂŒber Placebo. Der Biomarker NT-proBNP, ein etablierter Indikator fĂŒr kardiale Belastung, sank in der Gesamtpopulation um 49 Prozent stĂ€rker als unter Placebo.

Was die Subgruppen zeigen

Die Post-hoc-Auswertung nach Ausgangswerten der Gehstrecke liefert ein auffĂ€lliges Muster: Je schwerer erkrankt die Patienten zu Beginn waren, desto grĂ¶ĂŸer der Nutzen. Im am stĂ€rksten betroffenen Viertel der Teilnehmer verbesserte sich die Gehstrecke um 32,4 Meter, im am wenigsten betroffenen Viertel verschlechterte sie sich sogar um 27,3 Meter gegenĂŒber Placebo. Auch der rechtsventrikulĂ€re systolische Druck sank in der Gesamtgruppe um 3,5 mmHg stĂ€rker als unter Placebo, bei den Patienten mit geringerer Gehstrecke sogar um 4,9 mmHg.

Sicherheitsdaten fielen unauffÀllig aus. Schwere Nebenwirkungen traten mit rund elf Prozent in beiden Studienarmen Àhnlich hÀufig auf, neue Sicherheitssignale gab es nicht.

NĂ€chste Schritte bei der FDA

Tenax will nun ein Type-C-Meeting mit der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen, um ĂŒber Anpassungen am Zulassungsprogramm zu sprechen. Parallel sucht das Unternehmen den wissenschaftlichen Austausch mit der europĂ€ischen Arzneimittelbehörde EMA. Im Kern geht es darum, kĂŒnftige Studien stĂ€rker auf jene Patientengruppe mit ausgeprĂ€gter Erkrankung zuzuschneiden, bei der LEVEL den klarsten Nutzen zeigte.

Firmenchef Chris Giordano sprach von neuen Erkenntnissen, die den Weg zur Zulassung weisen sollen. Die vollstĂ€ndigen Studiendaten sollen in einer Late-Breaking-Session beim Kongress der European Society of Cardiology Ende August in MĂŒnchen vorgestellt werden. Lizenzpartner Orion Corporation, der die Rechte an Levosimendan mit Tenax teilt, bestĂ€tigte das verfehlte Hauptziel in einer eigenen Mitteilung an der Nasdaq Helsinki.

Der weitere Zulassungsweg hĂ€ngt nun maßgeblich davon ab, wie die FDA die Subgruppendaten bewertet. Nach frĂŒherer Abstimmung mit der Behörde soll fĂŒr ein Zulassungsgesuch eine einzelne Phase-3-Studie mit einem p-Wert von 0,01 ausreichen — ein Kriterium, das die angereicherte Zielgruppe mit stĂ€rkerer Erkrankung in LEVEL erfĂŒllt hĂ€tte.

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