Terna SpA: Monti warnt vor ĂŒberschĂ€tzten AntrĂ€gen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:19 Uhr | Redaktion boerse-global.deTerna sieht sich in Italien mit NetzanschlussantrĂ€gen fĂŒr Rechenzentren von mehr als 100 GW konfrontiert. Das berichtete Reuters gestern unter Berufung auf Terna-CEO Pasqualino Monti. Die GröĂenordnung signalisiert erhebliches Interesse an neuen Standorten. FĂŒr Anleger ist sie jedoch kein verlĂ€sslicher MaĂstab fĂŒr tatsĂ€chlich entstehende Nachfrage: Monti zufolge ĂŒbersteigen die AntrĂ€ge die realisierbare ProjektkapazitĂ€t.
AntrÀge sind noch keine Investitionen
Die Anschlussgesuche betreffen knapp 600 Rechenzentrumsprojekte. Montis Einordnung begrenzt damit die Aussagekraft dieser Projektpipeline. Aus beantragter Anschlussleistung lÀsst sich weder eine entsprechende Auslastung noch ein gesicherter Investitionsbedarf ableiten.
Wie weit AntrĂ€ge und konkrete Vorhaben auseinanderliegen, verdeutlicht der Bericht von Energy&Strategy des Politecnico di Milano. Am 2. Oktober standen italienischen Anschlussgesuchen ĂŒber 101,4 GW lediglich 1,9 GW in einer fortgeschrittenen Phase gegenĂŒber.
FĂŒr die Bewertung von Terna ist diese Unterscheidung wesentlich. Die hohe Zahl der Gesuche macht den Netzzugang zu einem zentralen Thema des italienischen Rechenzentrumsausbaus. Sie rechtfertigt aber nicht, das gesamte beantragte Volumen als kĂŒnftiges GeschĂ€ft zu betrachten. Entscheidend ist vielmehr, welche Projekte tatsĂ€chlich umgesetzt werden und welche Infrastruktur sie benötigen.
Höhere GebĂŒhren sollen Spekulation begrenzen
Der Branchenverband Ida will spekulative AntrĂ€ge durch höhere finanzielle HĂŒrden zurĂŒckdrĂ€ngen. PrĂ€sident Luca Beltramino erklĂ€rte am Dienstag, nur 1â2 % der AnschlussantrĂ€ge dĂŒrften zu tatsĂ€chlichen Investitionen fĂŒhren. Diese EinschĂ€tzung stammt vom Verband und ist keine Prognose Ternas.
Ida hat der Regulierungsbehörde Arera deshalb ein verĂ€ndertes GebĂŒhrenmodell vorgeschlagen. Statt derzeit 2.500 ⏠je Antrag sollen kĂŒnftig 500 âŹ/MW fĂ€llig werden. Hinzu kĂ€me eine Bankgarantie von mindestens 50 % der Anschlussfeldkosten.
Der Vorschlag wĂŒrde Antragsteller damit stĂ€rker finanziell binden. Sein Zweck ist eine bessere Trennung zwischen ernsthaften Investitionsvorhaben und spekulativen Gesuchen. Eine beschlossene Regelung ist er nicht.
Die Anschlussfeldkosten beziffert der Vorschlag auf rund 450.000 âŹ. Bei Vorhaben mit mehr als 100 MW soll die Garantie die vollen Kosten abdecken. Ob Arera diese Bedingungen ĂŒbernimmt, ist offen.
Umsetzungstempo wird zum PrĂŒfstein
Neben der Verbindlichkeit der AntrĂ€ge zĂ€hlt die verfĂŒgbare Infrastruktur. Energy&Strategy nennt fĂŒr die Realisierung bei vorhandenen Anlagen einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. MĂŒssen Netzinfrastrukturen erst gebaut oder verstĂ€rkt werden, sind fĂŒnf bis sechs Jahre möglich.
Damit liegt der entscheidende PrĂŒfstein fĂŒr Terna nicht beim bloĂen Wachstum der Antragsliste. AussagekrĂ€ftiger sind der Fortschritt konkreter Projekte und die dafĂŒr erforderlichen NetzmaĂnahmen. Die jĂŒngsten Aussagen zeigen groĂes Anschlussinteresse â zugleich warnen sie davor, dieses Interesse mit bereits gesicherter Nachfrage gleichzusetzen.
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