Tesla Aktie: 25 Milliarden Dollar Capex 2026
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 04:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Tesla-Aktie sieht sich am heutigen Donnerstag mit wachsender Skepsis der Investoren konfrontiert. Gestern schloss das Papier bei 278,85 Euro und setzte damit die jüngste Abwärtsbewegung fort. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust bereits auf 29,00 Prozent, womit der Wert derzeit rund 34,25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Ein wesentlicher Grund für die Verkäufe ist der massive Anstieg der geplanten Ausgaben für die technologische Infrastruktur.
Investitionsstrategie belastet den Cashflow
Laut Medienberichten kündigte der Elektroautobauer für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen (Capex) in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar an. Dies entspricht fast einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. In diesem Zusammenhang warnte CFO Vaibhav Taneja bereits vor einem möglichen negativen freien Cashflow. Analysten wie Ed Ponsi von TheStreet Pro reagierten am Mittwoch auf diese Aussichten und schlossen ihre Positionen, da die Aktie zudem unter wichtige technische Durchschnittslinien gefallen ist.
Parallel dazu mehren sich die Warnungen prominenter Investoren. So hält Michael Burry Berichten zufolge Short-Positionen gegen das Unternehmen und warnt vor einer Überhitzung des Marktes durch den aktuellen KI-Boom. Diese Einschätzung trifft auf eine Phase, in der Tesla erhebliche Mittel in den Ausbau seiner Rechenzentren und die Entwicklung von Robotern steckt, während die Margen im Kerngeschäft durch den anhaltenden Preiskampf unter Druck bleiben.
Technische Hürden bei Hardware und Software
Zusätzlich belasten Berichte über technische Schwierigkeiten bei der Bestandsflotte die Stimmung. Das seit dem 21. Juli ausgelieferte Software-Update FSD v14 Lite führt bei Fahrzeugen mit der Hardware HW3 offenbar zu thermischen Problemen. Berichten zufolge erreicht der Autopilot-Computer bei der Nutzung des Systems Temperaturen von bis zu 96 Grad Celsius. Dies löst teilweise Fehlercodes aus und führt im Extremfall zu Hardware-Ausfällen, die einen Austausch der Komponenten erforderlich machen. Tesla hat diese Vorwürfe bisher nicht offiziell bestätigt.
Während Tesla mit diesen Software-Hürden kämpft, rückt der Wettbewerb im Bereich des autonomen Fahrens näher. Die Amazon-Tochter Zoox erhielt zuletzt eine Genehmigung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA für den Einsatz von bis zu 2.500 fahrerlosen Fahrzeugen pro Jahr. Im Gegensatz zu Teslas aktuellen Modellen sind diese speziell für den Taxibetrieb ohne Lenkrad und Pedale konzipiert. Zoox plant, in Las Vegas zeitnah kostenpflichtige Fahrten anzubieten.
Rekordauslieferungen bei sinkenden Gewinnen
Operativ präsentierte sich das zweite Quartal 2026 ambivalent. Das Unternehmen konnte den Umsatz um gut 25 Prozent auf 28,24 Milliarden US-Dollar steigern und mit 480.126 Fahrzeugen einen neuen Auslieferungsrekord erzielen. Dennoch sank der Gewinn je Aktie im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 0,33 US-Dollar, was die Auswirkungen der Rabattaktionen verdeutlicht.
Besonders herausfordernd bleibt die Lage in China. Zwar erreichte die Produktion im Werk Shanghai im Juni mit über 93.000 Einheiten einen Höchstwert, doch die lokalen Verkäufe sind seit mehr als einem Jahr rückläufig. Um die Auslastung der Fabrik zu sichern, werden inzwischen fast 40 Prozent der dort gefertigten Fahrzeuge exportiert. Hoffnung setzt das Management nun auf das kommende Cybercab: Prototypen ohne Lenkrad wurden bereits am Standort Giga Texas gesichtet, die Serienproduktion soll 2026 beginnen.
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