Tesla Aktie: EU verschiebt FSD-Zulassungsabstimmung
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Marktstart von Teslas überwachtem Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ in der Europäischen Union verzögert sich weiter. Eine eigentlich für Oktober erwartete Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über die unionsweite Zulassung des Systems wurde nach Angaben von Reuters verschoben.
Eine nächste Gelegenheit für eine entsprechende Entscheidung ergibt sich damit voraussichtlich frühestens im kommenden Dezember. An den Finanzmärkten reagierten Anleger verhalten: Die Tesla-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 327,00 Euro, was einem Tagesverlust von 1,5 Prozent entspricht.
Gemischte Signale aus den europäischen Mitgliedstaaten
Der Schritt der EU-Behörden fällt in eine Phase uneinheitlicher behördlicher Einschätzungen auf dem Kontinent. Am Montag hatte die Tschechische Republik das System vorläufig freigegeben. Zuvor hatte es dort Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Tempolimits sowie der notwendigen Überwachung durch den Fahrer gegeben, woraufhin der US-Konzern einen baldigen Start ankündigte.
Gleichzeitig wächst jedoch der Widerstand in anderen europäischen Regionen. Am Donnerstag forderte die belgische Verkehrssicherheitsorganisation Johanna.be die flämischen Behörden und die niederländische Zulassungsstelle RDW auf, bereits erteilte Genehmigungen zu überprüfen.
Nach Angaben der Organisation überschritt das System bei Praxistests in Belgien wiederholt Geschwindigkeitsbegrenzungen und setzte zu unzulässigen Überholmanövern von Radfahrern an.
Behördliche Prüfungen belasten die Autonomie-Pläne
Auch im US-Heimatmarkt sieht sich Tesla anhaltenden regulatorischen Nachfragen gegenüber. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA forderte das Unternehmen auf, bis zum 30. September offene Fragen zur Eigenzertifizierung des autonomen Robotaxis „Cybercab“ zu beantworten. Dabei geht es unter anderem darum, ob temporäre Bedienelemente für menschliche Fahrer oder andere Ausstattungen Teil der Zulassungsgrundlage waren.
Parallel dazu begann am Montag in Kalifornien ein Gerichtsverfahren: Die dortige Bürgerrechtsbehörde wirft dem Autobauer rassistische Diskriminierung im Montagewerk in Fremont vor. Das Verfahren soll bis zum 30. Oktober dauern; Tesla wies die Vorwürfe zurück und betonte, Diskriminierung nicht zu dulden.
Fortschritte im Nutzfahrzeuggeschäft
Etwas Entlastung lieferte zuletzt das Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen. Am Donnerstag begann Tesla an seinem Standort in Sparks im US-Bundesstaat Nevada mit den Auslieferungen des elektrischen Lkw „Semi“ an eine erste Kundengruppe.
Der Hersteller bekräftigte das Ziel, in dem Werk künftig jährlich 50.000 Einheiten des Modells zu produzieren. Zudem bestellte das Transportbündnis Catalyst Mobility, dem Konzerne wie Microsoft und PepsiCo angehören, nach Angaben der Organisation 2.500 Einheiten des Lasters.
Auf Konzernebene bleibt der Kursverlauf dennoch verhalten: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 17 Prozent. Auch wenn Tesla seine globale Präsenz ausbaut – vor rund zwei Wochen wurde eine Tochtergesellschaft in Vietnam gegründet –, bleibt die zeitnahe Freigabe der autonomen Fahrfunktionen für europäische Straßen ein zentraler Faktor für die Marktbewertung.
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